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Der Brutvogelatlas setzt die „Vogelwelt Schleswig-Holsteins“ fort, die bisher mit vier Bänden erschienen ist: Bd. 1
Seetaucher bis Flamingo, Bd. 2 Greifvögel, Bd. 3 und 4 Entenvögel.
Inhalt:
- 1. Allgemeiner Teil mit ausführlicher Beschreibung der Untersuchungsmethode und einer Bewertung der Untersuchungsergebnisse.
- 2. Darstellung von 190 Brutvogelarten mit je einer Textseite und einer ganzseitigen Verbreitungskarte.
- Die Texte haben folgende Gliederung: Verbreitung, Lebensraum, Bestand und Entwicklung, Gefährdung und Schutz.
- 3. Darstellung von 30 weiteren Brutvogelarten in kurzen Texten.
- 4. Literaturverzeichnis.
Die Idee für einen Brutvogelatlas entstand Anfang der 1980er Jahre. Ein wesentlicher Anlass war, dass das Fehlen fundierter
Aussagen über Bestand und Verbreitung häufiger Singvogelarten zunehmend als Mangel empfunden wurde, z.B. bei der Bearbeitung von Roten Listen. Außerdem ist für Auswertungen und Planungsvorhaben sicher ein besonderer
Vorteil, alle Brutvögel Schleswig-Holsteins in einer kompakten Übersicht vorzufinden.
Die Atlaskartierung wurde nach der Methode einer halbquantitativen Gitterfeldkartierung in den Jahren 1985 bis 1994
durchgeführt. Neuere Ergebnisse sind bis zum Jahr 1999 eingearbeitet.
Regelmäßig landesweit erfasste Arten sind in einer aktuellen Verbreitungskarte dargestellt. In die Auswertung sind auch
Untersuchungsergebnisse und Daten eingeflossen, die nicht aus der Atlaskartierung stammen.
Auf diese Weise wird im Rahmen einer Textseite ein möglichst umfassender Überblick über die Bestandssituation gegeben.
Durch den Brutvogelatlas wurde eine neue Qualität im Hinblick auf Verbreitungsbilder und Bestandsangaben vieler Vogelarten
erreicht. Bei einigen Arten überrascht z.B. die weite Verbreitung (u.a. Rohrweihe, Hohltaube, Kleinspecht), bei anderen wird die starke Beschränkung auf bestimmte Landesteile dokumentiert. Die Bestände mancher Arten
(u.a Grünspecht, Sommergoldhähnchen) haben, z.T. wohl klimatisch bedingt, ein ausgeprägtes Nord-Süd-Gefälle, andere Arten zeigen abhängig vom Grünlandanteil ein starkes West-Ost-Gefälle (u.a Kiebitz, Feldlerche,
Wiesenpieper), was sich in eindrucksvollen Verbreitungsbildern niederschlägt.
Schleswig-Holstein ist aufgrund seiner Waldarmut mit knapp 1,9 Millionen Vogelpaaren ein relativ brutvogelarmes Land. Weitere
Gründe sind ein hoher Anteil von Arten, die natürlicherweise selten sind, Abnahme der Siedlungsdichte vieler Vogelarten in Mitteleuropa von Süd nach Nord und hoher Anteil der Agrarlandschaften an der Landesfläche.
Die Zahl der Brutvogelarten ist hingegen mit 216 in dem zweitkleinsten Flächenland der Bundesrepublik sehr hoch; davon brüten 196 Arten regelmäßig. Die hohe Artenzahl erklärt sich einerseits aus der Vielzahl der
Lebensräume. Andererseits begegnen sich auf der cimbrischen Halbinsel mediterrane, kontinentale, boreale und atlantische Faunenelemente.
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