|
Hartmut Heckenroth ausgezeichnet
Für seinen jahrzehntelangen Einsatz im Vogelschutz wurde Hartmut Heckenroth mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
ausgezeichnet. Aus diesem Anlass hatte das Ehepaar Oberwelland, Stiftungsgeber der „Stork-Foundation – Störche für unsere Kinder“ zu einer Feierstunde am 3. Dezember 2004 in ihr Haus in Berlin die Familie, Freunde
und Weggefährten des Geehrten eingeladen. Umweltminister Hans-Heinrich Sander überreichte den Orden im Auftrage des Bundespräsidenten. Er würdigte in seiner Laudatio Wirken und Engagement des
Ausgezeichneten, dem von Anbeginn nicht nur Zählungen und Kartierungen als stichhaltige Grundlagen ein persönliches Anliegen waren, sondern auch die Mitgründung der Niedersächsischen Ornithologischen
Vereinigung, die Leitung der Vogelschutzwarte Niedersachsen, die (Mit-) Herausgabe der Brutvogelatlanten und der Vögel Niedersachsens. Diese Arbeit war
auch von praktischen Erfolgen im Vogel- und Artenschutz geprägt, der immer und in erster Linie Lebensraumschutz ist. Er wies dabei vor allem auf die Erholung der
Brutbestände von Saatkrähe, Graureiher, Weißstorch und Kranich in Niedersachsen hin, Arten für die sich H. Heckenroth lebenslang eingesetzt hat und für die er sich
nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst 1997 im Rahmen der Stork-Foundation, 1992 gegründet, weiterhin engagiert. Hier bringt er insbesondere im Amt Neuhaus für
das Projekt Sudewiesen von „seiner Storkenkate“ aus unermüdlich neue Ideen für den Erhalt von Lebensräumen ein, geht Auseinandersetzungen mit Behörden nicht
aus dem Weg und hat durch sein Aufeinanderzugehen das Vertrauen der Bevölkerung für seine Arbeit gewonnen.
Im Anschluss schilderte Hans-Jörg Dahl, bis Juli 2004 Leiter der Naturschutzabteilung im Niedersächsischen Landesamt für Ökologie, die
Persönlichkeit H. Heckenroths, der sich im Dienst, geprägt von preußischem Pflichtbewußtsein und Zivilcourage, z.B. für die Leybucht, für Sperlinge, Graureiher,
Rabenvögel und Birkhuhn oftmals gegen vielfältige Widerstände stets mit verlässlichen Daten erfolgreich eingesetzt hat. Es ist ein lebenswertes Land, in dem solche Menschen ausgezeichnet werden, sein Resümee.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst verlagerte sich der Schwerpunkt des Engagements von H. Heckenroth in das Amt Neuhaus, wo er trotz des Desasters
eines gescheiterten „Nationalparks Elbtalaue“ mit Ausdauer und Überzeugungskraft den Naturschutz in die Bevölkerung getragen hat, so F. Fietz, Landrat des
Landkreises Lüneburg, zu dem seit 1990 auch wieder das Amt Neuhaus gehört. F. Fietz sah in H. Heckenroth einen Mann, der durch Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit,
Sensibilität gegenüber den Ängsten und Problemen der Bevölkerung, durch Ausdauer, Offenheit und Zugehen auf die betroffenen Menschen aus der Ablehnung
eine hohe Akzeptanz für das Projekt Sudewiesen und damit auch für den Naturschutz erreicht hat.
Familie Oberwelland hatte mit ihrem adventlich geschmückten Haus, das um 1930 von dem bekannten Architekten Georg Mendelssohn gebaut wurde, einen würdigen
Rahmen für die Ehrung geschaffen. Hier konnten die Gäste bei Kaffee und Kuchen und vielen anregenden Gesprächen noch lange aushalten.
Die Niedersächsische Ornithologische Vereinigung gratuliert ihrem Ehrenmitglied zu dieser Auszeichnung, wünscht ihm weiterhin Kraft und Mut für sein Engagement und
nicht zuletzt auch Freude an einer hoffentlich auf Dauer wachsenden Zahl von Störchen.
Herwig Zang
|