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NOV-Mitteilungen, Nr. 8, Februar 2002
Die “NOV-Mitteilungen” stehen allen Mitgliedern zum Informationsaustausch und zur Veröffentlichung von Mitteilungen offen. Hier können Sie:
- Kurzberichte über ornithologische Feststellungen aus Niedersachsen und Bremen,
- Zwischenberichte aus laufenden Projekten,
- Aufrufe zur Mitarbeit,
- Diskussionsbeiträge,
- Bücherangebote, -suche
an unsere Mitglieder weiterleiten.
Schicken Sie bitte entsprechende Unterlagen an: Dr. Johannes Melter,
Bohmter Str. 40, 49074 Osnabrück.
Diese Online-Version enthält Auszüge aus den gedruckten Mitteilungen zu den Themen:
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Protokoll der NOV-Jahresversammlung am 10. November 2001 in Neustadt-Mardorf (Steinhuder Meer)
Die Jahrestagung fand auf Einladung der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) in der Tagungsstätte "Weiße Düne" in Neustadt statt.
Zur Vortragsveranstaltung konnte der 1. Vorsitzende der NOV, Herwig Zang, gegen 10.00 Uhr im gut gefüllten Veranstaltungsraum etwa 170 Mitglieder und Gäste begrüßen.
Er gab einen kurzen Überblick in die Geschichte der Ornithologie am Steinhuder Meer, das spätestens zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstärkt in den Blickpunkt geraten war.
Karl-Heinz Garberding, der 1. Vorsitzende der ÖSSM, stellte in seinem Grußwort die Entwicklung der ÖSSM vor. Schon kurz nach der Gründung des Vereins im Jahr 1991
konnte die Station einen Kooperationsvertrag mit dem Land Niedersachsen über die Betreuung von Schutzgebieten am Steinhuder Meer abschließen. Mit heute sieben
hauptamtlichen Mitarbeitern werden Aufgaben in den Feldern Naturschutz, Forschung und Umweltbildung wahrgenommen.
Thomas Brandt (ÖSSM) stellte anschließend das Steinhuder Meer in einem Diavortrag
genauer vor. Dabei hob er insbesondere die Auswirkungen des hohen Besucherdruckes auf die Vogelwelt heraus. Am Steinhuder Meer liegen ca. 6.000 Segelboote; bis zu
1.000 Surfer nutzen den See pro Tag. Hinzu kommen bis zu 80.000 Touristen/Tag.
Jens Poltz vom Niedersächsischen Landesamt für Ökologie berichtete dann über
aktuelle limnologische Entwicklungen am See. Im Frühjahr 1999 klarte der vorher sehr trübe See (Sichttiefe 25-40 cm) plötzlich auf (Sichttiefe nun über 100 cm). Die
Gewässergüte veränderte sich von V nach II. Das Phänomen, die Ursachen und Auswirkungen wurden ausführlich diskutiert (siehe auch Band 9 "Oberirdische
Gewässer" 2000, Aktuelles von niedersächsischen Flachseen, Bezug über das NLÖ).
Karl-Heinz Nagel und Thomas Brandt stellten dann Bestandstrends und Rastphänologie
ausgewählter Gastvögel am Steinhuder Meer vor (siehe dazu "Vogelkundl. Ber. Niedersachs. 33: 1-24, 2001).
Nach der Mittagspause berichteten Peter Görke und Dieter Wendt für die
"Arbeitsgemeinschaft Adlerschutz in Niedersachsen" über die Bestandsentwicklung und das Verhalten des Seeadlers in Niedersachsen. Nachdem die Art lange Zeit aus
Niedersachsen verschwunden war, konnte sich in den letzten 10-15 Jahre wieder ein kleiner Brutbestand aufbauen. Aktuell sind aus Niedersachsen 13 Reviere/Brutpaare bekannt.
Peter Becker referierte anschließend über Bestandsschwankungen bei Wasser- und Tüpfelsumpfhuhn in der Fuhseniederug bei Klein-Ilsede, deren Ursachen v.a. in
Habitatveränderungen begründet sind. Zum Abschluß seines Vortrages stellte P. Becker mittels Kasettenrecorder typische Rufe der Rallen vor.
Stefan Pfützke widmete sich in seinem Vortrag einer anderen Ralle, dem Wachtelkönig. Er stellte Ergebnisse von telemetrischen Untersuchungen zur Raumnutzung der Art vor
und diskutierte u.a. daraus resultierende Probleme bei der Brutbestandserfassung dieser sehr versteckt lebenden Art.
Nach einer kurzen Kaffeepause stellte Jutta Kotte (ÖSSM) die Bedeutung von
Saumbiotopen für den Vogelschutz am Beispiel der Meerbruchswiesen am Steinhuder Meer vor.
Peter Südbeck (NLÖ) berichtete dann über die Ergebnisse der diesjährigen Erfassungsprojekte:
Vom Blaukehlchen wurden bislang ca. 1.440 Reviere aus Niedersachsen gemeldet. Der Koordinator der Erfassung (Th. Krüger) schätzt den Gesamtbestand auf ca. 1.800 - 2.000 Reviere.
Drosselrohrsänger brüten v.a. noch im Landkreis Lüchow-Dannenberg: insgesamt werden ca. 30-50 Brutpaare angegeben. Von der Rohrdommel wurden 2001 etwa 15-20 Rufer festgestellt.
Die Bestandssituation des Wendehals ist offensichtlich dramatisch; es liegen nur negative Trendmeldungen vor. Nur aus zwei Regionen (Lüneburger Heide und LK
Lüchow-Dannenberg) sind überhaupt noch nennenswerte Vorkommen bekannt.
Zum Abschluß der Berichte über die diesjährigen Erfassungen gibt Ulrike Marxmeier
einen Überblick über die Ergebnisse zum Haubentaucher. Bislang wurden 813 BP gemeldet; aus einigen Regionen liegen jedoch noch keine Daten vor; sie bittet deshalb um schnelle Übermittlung der fehlenden Zahlen.
Nach einer kurzen Pause fand dann die Mitgliederversammlung der NOV statt.
Protokoll der Mitgliederversammlung 2001
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Gegen 17.20 Uhr eröffnet Herwig Zang die ordentliche Mitgliederversammlung der NOV.
TOP 1: H. Zang begrüßt die anwesenden 65 Mitglieder (siehe Teilnehmerliste) sowie ca.
15 Gäste und stellt die ordnungsgemäße Einladung sowie die Beschlußfähigkeit fest.
TOP 2: Nach der Annahme des Protokolls der letzten Jahresversammlung erheben sich
die Anwesenden zum Gedenken der im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder.
TOP 3: H. Zang präsentiert den Jahresbericht des Vorstandes.
Band 2.8 der Avifauna liegt druckfrisch vor und kann den Mitglieder noch während der Tagung ausgehändigt werden. Für den nächsten Band der Avifauna bittet er um
Übersendung von Daten bis Ostern 2002; der Band soll bereits Ende 2002 fertig gestellt sein. Der Mitgliederbestand beträgt 622 Personen; hinzu kommen noch 136 Bezieher
der Vogelkdl. Ber. Niedersachs. (VBN): Im Vergleich zum Vorjahr ist das mit insgesamt 758 ein Zuwachs von 33 Personen.
Jürgen Ludwig gibt einen Überblick über die Planungen und Manuskriptlage der VBN.
Axel Degen berichtet aus der Avifaunistischen Kommission Niedersachen (AKN), dass mittlerweile die Meldungen aus 1999 nahezu vollständig bearbeitet sind. Ein Jahresbericht soll in den VBN erscheinen.
Peter Südbeck informiert über das Projekt AIDA (Atlas Initiative Deutscher Avifaunisten): Da über eine Förderung durch das Bundesamt für Naturschutz noch nicht endgültig
entschieden ist, wurde die Gründung einer gemeinnützigen GmbH noch aufgeschoben. Alle vorbereitenden Vereinbarungen der Gründungsgesellschafter (u.a. die NOV) wurden jedoch schon verbindlich getroffen.
Die Internetseite der NOV wird nach Aussage von J. Ludwig zunehmend frequentiert.
H. Zang stellt den Bericht des Vorstandes zur Diskussion; aus der Versammlung werden keine Fragen und Anmerkungen vorgetragen.
TOP 4: Christian Bräuning gibt - als im Berichtszeitraum noch amtierender Schatzmeister - einen kurzen Überblick über Einnahmen und Ausgaben und den Kassenstand der NOV zum 31.12.2000.
Aus der Versammlung werden dazu keine Fragen vorgetragen.
TOP 5: Für die Kassenprüfung bescheinigt Herr von der Lancken dem Schatzmeister
eine korrekte sowie übersichtliche Kassenführung und beantragt die Entlastung des Schatzmeisters. Der Antrag wird einstimmig angenommen.
H. Zang bedankt sich bei Ch. Bräuning für die langjährige gute Zusammenarbeit. Uwe Röhrs bittet als neuer Schatzmeister um Beteilung am Beitragseinzugsverfahren.
TOP 6: Joachim Seitz beantragt die Entlastung des gesamten Vorstandes. Dieser Antrag wird bei 7 Enthaltungen einstimmig angenommen.
TOP 7: Es wird einstimmig beschlosssen, den Jahresbeitrag 2002 auf 20 Euro
(Normalbeitrag) und 10 Euro (ermäßigter Beitrag) festzusetzen. Die Mahngebühren betragen 3 Euro.
TOP 8: Im Arbeitsprogramm 2002 sollen prioritär einige Arten des Anhanges I der
EU-Vogelschutzrichtlinie zur Kartierung ausgerufen werden: Wiesenweihe, Tüpfelralle, Uhu, Sperlingskauz. Peter Südbeck berichtet abschließend über die Schwerpunkte der Staatlichen
Vogelschutzwarte im NLÖ im Jahr 2002, die ebenfalls mit der Umsetzung der EU-VRL in Zusammenhang stehen.
Verschiedenes: H. Zang kündigt die nächste Mitgliedersammlung (Jubiläumstagung: 30 Jahre NOV) für
den 31. August 2002 in Hannover an. Dort wird erstmals auch der NOV-Förderpreis vergeben.
Mit einem Dank an die Organisation, alle Redner, anwesende Mitglieder und Gäste
schließt H. Zang gegen 18.10 Uhr den offiziellen Teil der Mitgliederversammlung.
Nach dem Abendessen nahmen an der Abendveranstaltung etwa 80 Personen teil.
Johan H. Mooij referierte über neue Wege zum Schutz einer weltweit gefährdeten Gänseart, der Zwerggans und stellte anschließend mit einem Filmbeitrag das Projekt
"Mit den Zwerggänsen im Ultraleichtflugzeug unterwegs" vor. Im Anschluß drehte sich die lebhafte Diskussion v.a. um den Schutzansatz und die Erfolgsaussichten des Projektes.
Exkursion am 11. November 2001
An der morgendlichen Exkursion an das Westufer des Steinhuder Meeres nahmen etwa 55 Personen teil. Unter der Führung von Wolfgang Nülle (ÖSSM) konnten als "highlights"
u.a. mehrere Seeadler sowie größere Schwärme von Gänsen beobachtet werden.
J. Melter (Schriftführer)
Kartierungen 2002
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Auch in diesem Jahr führt die NOV in enger und bewährter Kooperation mit der Staatlichen Vogelschutzwarte landesweite Erfassungen ausgewählter Arten durch. Dazu
werden Arten aufgerufen, die im Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie aufgeführt sind und in den Roten Listen als "Vom Aussterben bedroht" oder "Stark gefährdet" geführt
werden. Diese Arten müssen landesweit aufgrund der bestehenden Berichtspflicht gegenüber der EU ohnehin regelmäßig erfasst werden, um den Erhaltungszustand der
Arten in Niedersachsen beurteilen zu können. Da der Informationsstand bei diesen Arten aber für eine detaillierte Einschätzung nicht ausreichend und nicht aktuell genug ist,
möchte die NOV diese bedeutsamen Aktivitäten des Landes in Zukunft intensiv unterstützen. Die für 2002 getroffene Artenauswahl ist auch vor diesem Hintergrund zu sehen.
Wir bitten alle Mitglieder der NOV sich an den Erhebungen intensiv zu beteiligen und die Ergebnisse der Feldarbeit direkt an den jeweils genannten Koordinator oder an die
Staatliche Vogelschutzwarte weiter zu leiten.
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Haselhuhn Bonasa bonasia RL 1
Vorkommen: Seit 1982 läuft im Südharz ein Wiederansiedlungsversuch, dessen dauerhafter Erfolg bislang nicht gesichert ist. Neuere umfassende Informationen fehlen,
was insbesondere an der heimlichen Lebensweise der Art liegt. Im Jahr 2002 beauftragt die Staatliche Vogelschutzwarte gezielte Untersuchungen zum Haselhuhn im Südharz,
die bessere Erkenntnisse über den aktuellen Brutbestand und die wichtige Frage erbringen, ob im Freiland eine (bestandserhaltende?) Reproduktion stattfindet.
Hinweise zur Erfassung: Für die Erfassung wird ein intimer Kenner des Haselhuhns beauftragt. Wer als Besucher des Südharzes (oder an anderen geeigneten Stellen
Südniedersachsens) die hohen Rufe dieses Waldhuhns hört, auf Huderpfannen stößt, Haselhuhnfedern findet oder sogar ein Huhn zu Gesicht bekommt, wird gebeten, diese
Beobachtungen sofort an die Staatliche Vogelschutzwarte zu melden. Auch alle anderen Hinweise auf frühere und aktuelle Beobachtungen bitte an die Vogelschutzwarte.
Uhu Bubo bubo RL 2
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Vorkommen: Schwerpunkte der Verbreitung sind das Weserbergland und der Harzrand. Im Vergleich zu der Verbreitungskarte im Brutvogelatlas wurden insbesondere das
Wesertal N Hameln und Steinbrüche im Raum Osnabrück verstärkt besiedelt. Dazu gibt es mit leicht steigender Tendenz Vorkommen im mittleren und nordöstlichen
Niedersachsen an Mülldeponien, Sandgruben, verstreut als Baum- und Bodenbruten sowie in "Ersatzfelsen" an Kirchen und Industriebauten.
Bestandsentwicklung: Ab 1973 wieder Brutvogel in Niedersachsen, stetiger Bestandsanstieg auf etwa 50-60 BP, durch Aussetzungen jahrelang gestützt.
Hinweise zur Erfassung: Im Februar und März insbesondere an Steinbrüchen und Naturfelsen auf die lauten markanten "UHU"-Rufe achten. Weitere Hinweise sind
Kotflecke, Beutereste sowie Rupfplätze, die vom Brutplatz auch weiter entfernt sein können. MitarbeiterInnen, die einen Uhu-Brutplatz betreuen, werden gebeten, sich mit
dem unten genannten Koordinator in Verbindung zu setzen. Dort kann auch ein detailliertes Merkblatt mit Hinweisen zur Erfassung abgerufen werden.
Koordination der Erfassung: Diese erfolgt durch die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer e.V. (ÖSSM), Hagenburger Str. 16, 31547 Rehburg-Loccum. Kontakte
und Abstimmung von Kontrollen an früheren, bestehenden und potenziellen Plätzen über Thomas Brandt, Tel. 05037-967-3.
Tüpfelsumpfhuhn Porzana porzana RL 2
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Vorkommen: Heimlicher Brutvogel in den Flussniederungen und an den großen Binnenseen. Die Art nutzt flach überstaute Großseggenrieder, Nasswiesen und die
Übergänge (Verlandungszonen) zu Schilfröhrichten. Je nach den Wasserständen werden Gebiete spontan besiedelt und auch schnell wieder verlassen.
Bestandsentwicklung: Starke Bestandsschwankungen, insgesamt Arealverluste und seit 1975 Rückgänge, die in der RL eine Höherstufung in die Kategorie 1 erwarten lassen.
Hinweise zur Erfassung: Zählung balzender Vögel ab Mitte April bis in den Juni hinein in den Dämmerungsphasen. Die Rufaktivität ist in windstillen, kühlen Nächten am
höchsten. Nach Entstehung geeigneter Lebensräume durch Überschwemmungen o.ä. können auch im Juni/Juli noch Gebiete besiedelt werden. Einmalige Erfassung rufender
Vögel in einem geeigneten Bruthabitat reicht als Brutverdacht, da die Art nach der Verpaarung nicht mehr ruft und auch nicht auf Klangattrappe antwortet. Ein Merkblatt mit
Hinweisen zur Erfassung kann bei der Vogelschutzwarte abgerufen werden. Koordination der Erfassung/ Meldeweg: Die Erfassungen erfolgen landesweit koordiniert
durch die NOV. Ansprechpartner ist Werner Eikhorst, Tel.: 0421 - 464928 , e-mail: limosa@t-online.de.
Für Meldungen kleinerer Vorkommen oder im Rahmen anderer Erfassungen kann der Brutvogel-Meldebogen des Erfassungsprogrammes Verwendung finden. Schicken Sie
diesen dann bitte direkt an die Vogelschutzwarte. Für die Beurteilung der Vorkommen sind Angaben zu den besiedelten Biotoptypen sowie weitere Details zu Ansiedlung,
Bruterfolg usw. erforderlich, die ebenfalls auf den Meldebogen angegeben werden können.
Sperlingskauz Glaucidium passerinum RL 1
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Vorkommen: In den Hochlagen des Harzes, vereinzelt im Bramwald und Solling. In der Südheide wurde erst vor einigen Jahren durch Mitarbeiter der OAG Südheide das größte
niedersächsische und damit das größte mitteleuropäische Flachlandvorkommen überhaupt entdeckt. Bestandsentwicklung: Der stark schwankende Bestand wird auf etwa 150 BP geschätzt,
davon über 100 BP in der Südheide. Diese gegenüber älteren Angaben wesentlich höhere Bestandseinschätzung ist mit der intensiveren Erfassung, aber wohl auch mit einem Anstieg der Bestände zu erklären.
Hinweise zur Erfassung: Recht gut erforscht sind die Gebiete Hochharz und Südheide. Defizite bestehen in mittleren Lagen des Harzes, im Kaufunger Wald und
Reinhardswald, im Solling, Hils und Deister. Weiterhin ist die Besiedlung der östlich an die Südheide angrenzenden Waldgebiete im LK Gifhorn, der großen Wälder Göhrde und
Gartower Tannen im LK Lüchow-Dannenberg sowie der in der Nordheide liegenden Bereiche bis an die Harburger Berge unklar. Darüber hinaus ist in allen größeren
Waldgebieten Niedersachsens mit alten, strukturreichen Fichtenbeständen auf das Vorkommen des Sperlingskauzes zu achten. Nur wer unvoreingenommen an die
Erfassung dieser Art geht, kann auch das Erfolgserlebnis der Entdeckung dieser kleinsten Eulenart in einem "neuen" Gebiet haben.
Der Sperlingskauz pfeift ab März in den beiden Dämmerungsphasen seine monotonen Balzrufe. Im Brutrevier ist auf Ansammlungen von centgroßen Kotflecken unter
Ruhebäumen zu achten und auf Buntspechthöhlen, unter denen Nistmaterial und Beutereste als Auswurf liegen. Eine ausführliche Anleitung kann in der Vogelschutzwarte und bei der NOV abgerufen werden.
Achtung: In § 20 f Abs.1 Nr.3. des Bundesnaturschutzgesetzes ist eindeutig geregelt, dass es verboten ist, wildlebende Tiere der streng geschützten Arten und der
europäischen Vogelarten an ihren Nist-, Brut- oder Zufluchtstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen (z.B. längeres Beobachten an der
Bruthöhle aus kurzer Distanz) zu stören. Dies gilt auch für einen intensiven Einsatz von Klangattrappen! Diese gesetzlichen Vorgaben gelten für den Sperlingskauz und für alle
anderen Arten und sind selbstverständlich auch für alle MitarbeiterInnen der NOV/Vogelschutzwarte bindend! Der Schutz der Vögel hat immer Vorrang!
Koordination der Erfassung: Die Koordination der Erfassungen erfolgt über die NOV. Ansprechpartner ist Herwig Zang, Oberer Triftweg 31A, 38640 Goslar, Tel. 05321-23670.
Rückfragen und Anforderungen von Merkblättern zur Erfassung auch an die Vogelschutzwarte möglich.
Wiesenweihe Circus pygargus RL 1
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Vorkommen: Seltener Brutvogel in großräumigen und offenen Niederungslandschaften, vereinzelt auch in ackerbaulich geprägten Flußauen und sogar in den Börden.
Neststandorte zunehmend in Getreide. Vorkommen überwiegend in der Naturr. Reg. Watten und Marschen, verstreut auch in Mooren im Emsland und in der Diepholzer
Moorniederung sowie in landwirtschaftlichen Flächen im LK Verden und Lüchow-Dannenberg. Bestandsentwicklung: Starke Bestandsrückgänge und Arealverluste. Der schwankende
Bestand wird auf nur noch etwa 30-40 BP geschätzt.
Hinweise zur Erfassung: In bekannten und potenziellen Lebensräumen auf Sichtbeobachtungen balzender, nahrungsuchender und beutetragender Vögel achten.
Kontrollen ab Mai (Balz, Nestbau) über Juni (Beuteübergaben, Fütterungen der Jungen) bis Juli (Bettelflüge der flüggen Jungen). Günstigste Zeit: 2 h nach SA und 2 h vor SU.
Schutzmaßnahmen bei Ackerbruten: Keine direkte Nestersuche, da sonst Spuren für Raubsäuger gelegt werden. Durch Kreuzpeilung Standort ermitteln. Wenn das
Ausmähen des Nestes mit den Jungen zu befürchten ist, sollten mit der UNB bzw. der Vogelschutzwarte und dem betroffenen Landwirt Schutzmaßnahmen besprochen werden.
Koordination der Erfassung: Ansprechpartner ist die Staatliche Vogelschutzwarte, Frau Dagmar Stiefel, Tel.: 0511-4446-215.
Hinweise für alle Arten: Rückfragen, Anforderung von Merkblättern, Meldebögen und Karten über Vogelschutzwarte (Dieter Wendt, Tel. 0511-4446-206 oder Dagmar Stiefel, -215. Beide
sind auch per e-mail zu erreichen: "vorname.nachname"@nloe.niedersachsen.de).
Vorankündigung: Die NOV wird 30!
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Die diesjährige, 30. Mitgliederversammlung der NOV findet am 31. August 2002 in Hannover statt. Das Jubiläum soll ansprechend gefeiert werden.
Als Referenten konnten für den Festvortrag der Herausgeber des Handbuches der Vögel Mitteleuropas Prof. Dr. U. Glutz v. Blotzheim sowie für den Abendvortrag Prof. Heinz
Sielmann gewonnen werden.
Im Rahmen der Tagung soll allen lokalen und regionalen Arbeitsgemeinschaften aus Niedersachsen die Gelegenheit gegeben werden, sich mit einem Poster zu präsentieren.
Weitere Informationen dazu bei: Frank-Ulrich Schmidt, Tel.: 05191-13302.
Am Sonntag, 1. September, wird traditionell die Exkursion durchgeführt.
Bitte merken Sie den Termin schon vor. Die Einladung mit dem genauen Programm wird im Sommer verschickt.
Bücherangebote
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Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 8.1 (Raubmöwen-Möwen) und Band 8.2 (Seeschwalben - Alken), 2. Auflage, 1999, ungenutzt, bietet günstig an:
B. Hönisch, Brinkstr. 34, 49080 Osnabrück, Tel.: 0541-84333.
Büchersuche
Folgende Bücher werden gesucht: Mayr, E. (1967): Artbegriff und Evolution Hennig, W. (1950): Grundzüge einer Theorie der phylogenetischen Systematik
Hennig, W. (1982): Phylogenetische Systematik Christoph Siems-Wedhorn, Sallahn 5, 29482 Küsten, Tel.: 05864-657 p oder 05861-808153 d.
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