|
NOV-Mitteilungen, Nr. 9, Februar 2003
Die “NOV-Mitteilungen” stehen allen Mitgliedern zum Informationsaustausch und zur Veröffentlichung von Mitteilungen offen. Hier können Sie:
- Kurzberichte über ornithologische Feststellungen aus Niedersachsen und Bremen,
- Zwischenberichte aus laufenden Projekten,
- Aufrufe zur Mitarbeit,
- Diskussionsbeiträge,
- Bücherangebote, -suche
an unsere Mitglieder weiterleiten.
Schicken Sie bitte entsprechende Unterlagen an: Dr. Johannes Melter,
Bohmter Str. 40, 49074 Osnabrück.
Diese Online-Version enthält Auszüge aus den gedruckten Mitteilungen zu den Themen:
Zum Seitenanfang
Protokoll der NOV-Jahresversammlung am 31. August 2002
Die Jahresversammlung 2002 fand im Rahmen einer Festveranstaltung anläßlich des 30-jährigen Bestehens der NOV im Freizeitheim Vahrenwald in Hannover statt.
Die Mitgliederversammlung wurde in diesem Jahr vor dem Tagungsprogramm abgehalten.
Um 9.05 Uhr eröffnet Herwig Zang die ordentliche Mitgliederversammlung.
TOP 1: H. Zang begrüßt die anwesenden Mitglieder und Gäste (siehe Teilnehmerliste)
und stellt die Beschlußfähigkeit fest. Die Anwesenden erheben sich zum Gedenken an die im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder.
TOP 2: Das Protokoll der letzten Jahrestagung (siehe NOV-Mitt. 8/02) wird einstimmig angenommen.
TOP 3: Herwig Zang stellt den Jahresbericht des Vorstandes vor. Der nächste Band der
Avifauna (Drosseln bis Schnäpper) ist in Bearbeitung und wird 67 Arten umfassen (darunter befinden sich einige Seltenheiten). Im Jahr 2002 wurde von der NOV in
Kooperation mit der Staatlichen Vogelschutzwarte im NLÖ Erfassungen der Arten Sperlingskauz, Uhu und Tüpfelralle durchgeführt. Die Ergebnisse werden noch
gesondert vorgestellt (VBN, NOV-Mitt.). Der Mitgliederbestand ist weiter zunehmend; aktuell beträgt er 644 Personen. Hinzu kommen noch 136 Bezieher der Vogelkundlichen Berichte aus Niedersachsen (VBN).
Jürgen Ludwig berichtet kurz über den aktuellen Stand der VBN und den Manuskripteingang, der als gut bewertet werden kann. Die Homepage der NOV
verzeichnet aktuell ca. 700-800 Zugriffe/Monat.
TOP 4: Uwe Röhrs präsentiert den Kassenbericht; die Finanzlage der NOV ist sehr gut.
TOP 5: Die Kassenprüfer sind (noch) nicht anwesend; dieser TOP wird deshalb auf die nächste Jahresversammlung verschoben.
TOP 6: Joachim Seitz beantragt die Entlastung des Vorstandes (mit Ausnahme der Kassenführung, die erst 2003 erfolgen kann; siehe TOP 5). Der Antrag wird einstimmig
angenommen. Es wird festgelegt, dass die aktuellen Beitragssätze beibehalten werden.
TOP 7: H. Zang und Peter Südbeck stellen das Arbeitsprogramm für das nächste Jahr
vor: Artspezifische Erfassungen sollen zu den Arten Schwarzmilan, Ziegenmelker und Sperbergrasmücke durchgeführt werden. Weitere Informationen werden in den nächsten Rundschreiben mitgeteilt.
TOP 8: Die nächste Jahresversammlung wird am 6./7. September 2003 in Ostfriesland stattfinden. Schwerpunktthemen werden Vögel des Wattenmeerraumes sein.
H. Zang berichtet kurz über Diskussionen zur Professionalisierung der Arbeit in der NOV
und kündigt dazu weitere Informationen für das nächste Jahr an. Werner Eickhorst ruft zur Meldung von weiteren Tüpfelrallen-Daten aus den letzten Jahren auf.
Gegen 9.20 Uhr schließt H. Zang die ordentliche Mitgliederversammlung.
Festveranstaltung
Zu Beginn der Festveranstaltung zum 30-jährigen Jubiläum der NOV haben sich um 10.00 Uhr etwa 260 Mitglieder und Gäste eingefunden.
Herwig Zang begrüßt alle anwesenden Gäste und dankt v.a. den Herren Prof.
Sielmann, Prof. Dr. Glutz von Blotzheim und Umweltminister Wolfgang Jüttner für die Teilnahme. In einer kurzen Ansprache verweist er auf das von der NOV in den letzten 30
Jahren angehäufte Wissen zur Vogelwelt Niedersachsens, das sich allein in den Avifauna-Bänden mittlerweile in über 3.800 Druckseiten niederschlägt.
Umweltminister Wolfgang Jüttner richtet in seinem Grußwort an die Versammlung
den Blick u.a. auf die erfolgte Aktualisierung der EU-Vogelschutzgebiete und die damit zusammenhängenden Aufgaben, zu deren Bewältigung er auch um die Mitarbeit der
NOV wirbt. Er spricht einige Erfolge des Vogelschutzes an (z.B. Wanderfalke, Seeadler), gesteht aber auch ein, dass u.a. angesichts der politischen Gemengelage im Lande
einige Entwicklungen nicht verhindert werden konnten (z.B. Rabenvogelbejagung, Kormornan).
Er schließt sein Grußwort mit dem Wunsch, die bundesweit vorbildliche Kooperation zwischen der NOV und dem staatlichen Vogelschutz (NLÖ) weiter erfolgreich
fortzuführen.
Umweltminister Jüttner verleiht dann den NOV-Förderpreis an Thorsten Krüger. Der
Preis ist mit 500 Euro dotiert. Umweltminister Jüttner weist in seiner Laudatio auf die hervorragenden avifaunistischen Arbeiten von T. Krüger aus dem Oldenburgischen
Raum und insbesondere die landesweite Auswertung und Dokumentation der Blaukehlchen-Vorkommen hin (siehe VBN 34, 2002, Heft 1). T. Krüger bedankt sich bei der NOV in einer kurzen Ansprache für die Auszeichnung.
Anschließend hält Prof. Dr. Urs N. Glutz von Blotzheim den Festvortrag zum Thema „Zur
Situation der mitteleuropäischen Vogelwelt“. Einleitend wirft er einen kurzen Rückblick in die Geschichte des „Handbuches der Vögel Mitteleuropas“, insbesondere da
Niedersachsen hinsichtlich der avifaunistischen Erforschung noch in den 1960er Jahren als „weißer Fleck“, ja für ihn als Herausgeber sogar als sein besonderes
Sorgenkind galt. Ab den 1970er Jahren hat sich diese Situation erheblich verbessert, wofür er der NOV und v.a. H. Zang besonderen Dank ausspricht. Sein folgender, sehr
informativer Überblick über die aktuelle Situation der Vogelwelt wird in Heft 2/2002 der VBN zu lesen sein.
In der folgenden Mittagspause besteht neben der Nahrungsaufnahme die Gelegenheit, die in den Vorräumen präsentierten Poster zu studieren (insgesamt stellen über 10
regionale AG`s Poster aus).
Ab 14.00 Uhr führt Herwig Zang das Vortragsprogramm fort und konzentriert den Blick in
seinem Vortrag auf „Veränderungen in der niedersächsischen Vogelwelt im 20. Jahrhundert“.
Die Inhalte seines Vortrages – wie auch der weiteren folgenden Referate - werden an anderer Stelle nachzulesen sein.
Peter Südbeck aus der Staatlichen Vogelschutzwarte (NLÖ) stellt in seinem Referat
dann die Frage „Was hat der Vogelschutz in Niedersachsen erreicht? – Bilanz und Prioritäten.“ In seinem Vortrag stellt er Konzepte des Landes zum Vogelschutz und zukünftige Schwerpunkte vor.
Nach einer kurzen Kaffeepause wird das Vortragsprogramm mit folgenden Beiträgen fortgesetzt:
Dr. Wolfang Winkel (Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland, Arbeitsgruppe Braunschweig): „Sind Vögel Anzeiger von Umwelt- und Klimaveränderungen?“
Dr. Johannes Prüter (Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz): „Niedersachsens Verantwortung zum Erhalt des Birkhuhns in Mitteleuropa auf den Sandheiden der
Lüneburger Heide“.
Dr. Stefan Garthe (FTZ Büsum, Universität Kiel): „Möwen in der Deutschen Bucht – eine wechselvolle Geschichte!“.
Frank-Ulrich Schmidt (Avifaunistische AG Soltau-Fallingbostel): „Regionale Bestandserfassung als Grundlage für Vogelkunde und Vogelschutz in Niedersachsen –
Heidelerche und Ziegenmelker in der Lüneburger Heide.“
Nach dem Abendessen fesselte Prof. Heinz Sielmann das Publikum mit einer Filmvorführung „In der Arche sind noch Plätze frei“ und v.a. mit seinen ergänzenden
Berichten über seine erlebnisreichen filmerischen Tätigkeiten und sein Engagement zum Erhalt der Natur. „Sielmann live“: ein weiteres highlight und ein packender Abschluß der Jubiläumsveranstaltung.
Exkursion am 1. September 2002
Die traditionelle, sonntägliche Exkursion, an der insgesamt noch ca. 65 Personen teilnahmen, führte zu den Meißendorfer Teichen
bei Celle. Unter der Leitung von Eckehard Büring (OAG Südheide) und Ralf Schulte (NABU, Gut Sunder) erfuhren die Teilnehmer Wissenwertes über Geschichte und aktuelle Situation des
EU-Vogelschutzgebietes. Während der Exkursion konnten u.a. folgende Arten beobachtet werden: Silberreiher, Fischadler, Rotmilan, Kranich, Schnatterente etc.
J. Melter (Schriftführer)
Zum Seitenanfang
Artkartierungen 2003
Schwarzmilan
In Zusammenarbeit zwischen NOV, NLÖ, Staatliche Vogelschutzwarte, und Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM e.V.) Gefährdung/Schutzstatus
: RL Nieders. Kat. 2; Vogelschutzrichtlinie: Anhang 1 Verbreitung/Vorkommen: Hauptverbreitung im kontinentaleren südlichen und östlichen Niedersachsen etwa
südlich der Linie Hamburg-Nienburg. Bestand in den letzten Jahren zunehmend und Areal somit möglicherweise auch ausdehnend (v.a. wurde in den vergangenen Jahren das Areal „aufgefüllt“, z.B. in der Bördenlandschaft).
Der Schwarzmilan besiedelt meist offene und halboffene Landschaften entlang der Flüsse oder in Nähe von Seen- und Teichgebieten. Ansiedlungen häufig in Nähe von
Müllkippen. Nahrungssuche meist bis 3 km entfernt vom Neststandort, gelegentlich aber auch deutlich weiter (10 km). Phänologie: Jahresperiodik: Zugvogel, Revierbesetzung zweigipfelig. Westzieher besetzen die
Reviere meist Mitte/Ende März, Ostzieher etwa Mitte April. Schlechtere Reviere können noch bis Ende April/Anfang Mai besetzt werden. Erfassung:
Ggf. schon in den Wintermonaten nach bestehenden Horsten suchen, vor allem bei Brutverdacht im Vorjahr lohnend. Müllkippen- und Revierkontrollen ab Ende März;
Horstsuche günstig solange die Bäume laubfrei sind. Auf die „wiehernden“ Balzrufe achten, Vögel sitzen in der Balzphase oft (rufend) in Horstnähe, Beobachtung von
Balzflügen. Nistmaterial sammeln die Vögel meist in Horstnähe. Auswertung der Vorkommen: Bitte Methodenvorgaben beachten. Die Meldebögen können über die E-Mail Adresse brandt@oessm.org angefordert und rückgereicht werden. Koordination der Erfassung:
Diese erfolgt durch die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM e.V.), Hagenburger Straße 16, 31547 Rehburg-Loccum. Kontakte über Thomas Brandt, Tel. 05037/967-3 bzw.- E-Mail: brandt@oessm.org
|
Methodenvorgabe zur landesweiten Erfassung des Schwarzmilans Milvus migrans
von Thomas Brandt, ÖSSM e.V Lebensraum Hauptverbreitung im kontinentaleren südlichen und östlichen Niedersachsen. Meist entlang der Flüsse oder in Seen- und Teichgebieten. Zunehmend in
der trockenen Bördenlandschaft. Besiedelt werden vor allem halboffene Landschaften und landwirtschaftliche Gebiete, besonders in Nähe von Wasser und Müllkippen. Nahrungssuche meist bis 3 km weit
vom Neststandort, gelegentlich aber auch deutlich weiter (10 km). Feldornithologische Hinweise Verwechslung mit Rotmilan (Rm) möglich. Schwarzmilan (Swm) kleiner, dunkleres
Erscheinungsbild. Große helle Flügelfelder im Handschwingenbereich an Flügelunterseite fehlen. Oberseite bei Swm dunkelbraun mit hellbraunem Diagonalband auf Armschwingen. Schwanz dunkelbraun und
nicht so stark gegabelt wie Rm. Brutbiologie In Niedersachsen ausschließlich Baumbrüter. Neststandorte in Wäldern (meist nah am Waldrand oder in Überhältern) und Feldgehölzen, seltener
in Baumreihen und Einzelbäumen. Nestabstände gelegentlich < 100 m. Hinsichtlich der Nestbaumwahl flexibel, meist aber höhere Bäume (gern auch Hybridpappeln). Nester teilweise recht klein
und meist im oberen Drittel der Bäume. Horstplatztreue weniger ausgeprägt als bei vergleichbaren Arten, weil aufgrund der relativ späten Ankunft Vorjahresnester teilweise schon vergeben sind. Nester
sind oft innerhalb weniger Tage fertiggestellt und werden manchmal mit Müll ausgekleidet (wie auch beim Rotmilan!). Mind. monogame Saisonehe, 1 Jahresbrut, Gelegegröße 2-3 (1-4) Eier, Brutdauer:
meist etwa 31 Tage, Eiablage: meist Mitte April bis Mitte Mai, Jungvögel ab Mitte Mai im Nest, flugfähig mit ca. 45 Tagen (Ästlinge), längere Flüge mit ca. 60 Tagen (etwa Ende Juni/Mitte Juli), dann
noch etwa 4-wöchige Bettelphase. Vögel verlassen nach Selbständigwerden der Jungvögel das Brutgebiet rasch, erfolglose Paare zuweilen früher. Teilweiser Abzug bereits im Juli, meist im August.
Phänologie Jahresperiodik: Zugvogel, Revierbesetzung zweigipfelig. Westzieher besetzen die Reviere meist Mitte/Ende März, Ostzieher etwa Mitte April. Schlechtere Reviere können noch Ende
April/Anfang Mai besetzt werden. Tagesperiodik: tagaktiv, zur Zeit der Jungenaufzucht Nahrungssuche teilweise vor Sonnenaufgang. Revierflüge (Thermiksegeln) meist erst ab 9-10 Uhr. Erfassung
Ggf. schon in den Wintermonaten nach bestehenden Horsten suchen (vor allem bei Brutverdacht im Vorjahr lohnend). Müllkippen- und Revierkontrollen ab Ende März; Horstsuche günstig solange die
Bäume laubfrei sind. Auf die „wiehernden“ Balzrufe achten, Vögel sitzen in der Balzphase oft (rufend) in Horstnähe, Beobachtung von Balzflügen. Nistmaterial sammeln die Vögel meist in Horstnähe.
Auswertung der Vorkommen Brutzeitfeststellung: einmalige Brutzeitbeobachtung von Ende März bis Mitte Juni, bettelfliegende Jungvögel ab Juli (kann nur als Brutverdacht gewertet
werden, wenn Sichtbeobachtungen von Altvögeln aus Mai oder Juni vorliegen). Brutverdacht: einmalige Feststellung eines nestbauenden Paares und eine weitere Feststellung eines Paares im
zweiwöchigen Abstand; einmalige Erfassung eines balzenden Paares (z.B. Girlandenflug) im potenziellen Brutgebiet und eine weitere Beobachtung im Abstand von zwei Wochen; zweimalige Feststellung eines
Paares im Abstand von zwei Wochen zwischen Ende April und Mitte Juni; einmalige Feststellung eines Paares zwischen Ende April und Mitte Juni und Sichtbeobachtungen von Paaren mit bettelfliegenden
Jungvögeln im Juli. Brutnachweis: Brütender oder fütternder Altvogel; beuteeintragende Altvögel ; Nestlinge Literatur BIOS (2002): Methodische Vorgaben zur Erfassung
ausgewählter Brutvogelarten in Niedersachsen. Gutachten im Auftrag des NLÖ, Staatliche Vogelschutzwarte, Osterholz-Scharmbeck. Glutz von Blotzheim, U., K. M. Bauer & E. Bezzel (1971): Handbuch
der Vögel Mitteleuropas. Bd. 4. Falconiformes. Akademische Verlagsgesellschaft, Frankfurt/Main. Heckenroth, H. & V. Laske (1997): Atlas der Brutvögel Niedersachsens 1981 -1995. Naturschutz und
Landschaftspflege in Niedersachsachsen 37, Hannover. Kostrzewa, A. & G. Speer (2001): Greifvögel in Deutschland: Bestand, Situation, Schutz. Aula-Verlag, Wiesbaden.
Ortlieb, R. (1998): Der Schwarzmilan Milvus migrans. Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 100, Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben.. Zehrer, C. & T. Brandt (2002): Siedlungsdichte,
Neststandorte und Bruterfolg von Rotmilan (Milvus milvus), Schwarzmilan (Milvus migrans), Mäusebussard (Buteo buteo) und Turmfalke (Falco tinnunculus) am Steinhuder Meer.
Vogelkundliche Berichte aus Niedersachsen 34 (2): 155-168.
|
Zum Seitenanfang
Ziegenmelker
In Kooperation von NOV und der Staatlichen Vogelschutzwarte im NLÖ erfolgt im Jahr 2003 eine landesweite Erfassung der Ziegenmelker-Brutbestände. Vorkommen:
Der Ziegenmelker brütet in lichten Wäldern und Waldrandbereichen, Kahlschlägen, Windwurfflächen, Heiden und Mooren. Bevorzugt angenommen werden
auch Brandflächen, besonders auf Truppenübungsplätzen. Entgegen früherer Auffassungen kommt die Art auch in ausgesprochen feuchten Heide- und
Moorbereichen vor, aktuell befinden sich in Westniedersachsen die Verbreitungszentren in teilentwässerten bzw. wiedervernäßten Hochmoorarealen. Ansonsten werden
überwiegend Sandstandorte besiedelt, Meldungen liegen aber auch z.B. von Kahlschlägen auf lehmigen Böden des Hügellandes vor. Bestandsentwicklung:
Vielfach wird über einen Rückgang der Brutbestände berichtet, zahlreiche Brutgebiete wurden bereits aufgegeben. Seit Ende der 1980-er Jahre wird
aber besonders aus Moorgebieten auch von Zunahmen berichtet und neue bzw. bisher nicht bekannte Vorkommen wurden entdeckt. Verläßliche landesweite
Bestandsangaben aus neuerer Zeit fehlen. Regionale Daten wie z.B. 300 Reviere im Landkreis Soltau-Fallingbostel und 180-200 Rev. in der engeren Diepholzer
Moorniederung lassen aber einen Gesamtbestand mindestens im oberen Bereich der Schätzung aus dem Brutvogelatlas 1985 (570-1630 Rev.) vermuten. Es bestehen noch große Kenntnislücken. Hinweise zur Erfassung:
Ziegenmelker kehren überwiegend in der ersten Maihälfte aus den Winterquartieren zurück und sind in der 2. Maihälfte oft sehr gesangsfreudig. Ab Ende Juni läßt die Gesangsaktivität deutlich nach.
Angestrebt wird eine dreimalige Begehung mit Kontrollen Mitte/Ende Mai, Anfang/Mitte Juni und Ende Juni/Anfang Juli. Um Durchzügler weitestgehend auszuschließen, sollte
mindestens eine Feststellung nach dem 10.06. erfolgen. Da nur selten optimale Erfassungbedingungen herrschen, ist eine einmalige Registrierung mit
revieranzeigendem Verhalten ab diesem Datum zur Wertung als Rufrevier ausreichend. Bei Zeitmangel ist daher auch in großen und schwer zu bearbeitenden Gebieten eine
Reduzierung auf einen Kartierdurchgang Mitte Juni möglich, eine Begehung im Mai wird empfohlen, um den Erfassungsgrad der späteren Begehungen einschätzen zu können.
Tageszeitlich beginnt die Aktivität in der Abenddämmerung, eine Erfassung ist ab etwa 45-60 min. nach Sonnenuntergang möglich. Vielfach wird über einen deutlichen
Aktivitätsabfall gegen Mitternacht berichtet, der sich bei Untersuchungen in Westniedersachsen aber nicht bestätigen ließ. Eine hohe Aktivität ist oftmals in der
zweiten Nachthälfte festzustellen, bis der Gesang durch andere Arten überdeckt wird. Die besten Erfassungsbedingungen herrschen in milden, schwachwindigen Nächten,
im Idealfall mit Mondlicht. Gelegentlich ist aber auch bei augenscheinlich besten Witterungsbedingungen kaum Gesangsaktivität festzustellen. Die Verwendung einer
ausreichend lauten Klangattrappe (Schnurren, ggf. auch Rufe) ist in vielen Fällen unerläßlich. Das Abspielen des Tonträgers sollte abhängig von der Geländebeschaffenheit alle 200 bis 400 Meter erfolgen und auch aus
artenschutzrechtlichen Gründen sofort beendet werden, wenn ein Ziegenmelker antwortet. Häufig werden dann auch die Reviernachbarn nach und nach zum Gesang
stimuliert. Ohne Verwendung einer Klangattrappe vermitteln einzelne singende/rufende Männchen häufig das Bild einer hohen Aktivität, der Bestand wird dann aber leicht deutlich unterschätzt!
Die Rufplätze sollten auf Tageskarten (1:25.000 oder größer) punktgenau vermerkt
werden. Findet ein Rufplatzwechsel offensichtlich durch Annäherung des Vogels an die Klangattrappe statt, sollte der erste Rufplatz gewertet werden. Fliegt ein Männchen
klatschend/rufend ein und beginnt dann zu singen, sollte die eingenommene Singwarte eingetragen werden. Koordination: Der Bestand soll durch systematische Bearbeitung geeigneter Gebiete
möglichst vollständig erfaßt werden. Dafür sind wir auf Sie und Ihre Mitarbeit angewiesen! Mit der landesweiten Koordination ist Volker Blüml betraut. Er wird vor der
Kartiersaison mögliche regionale Koordinatoren ansprechen und bittet Interessierte, frühzeitig die abgedeckten Gebiete zu benennen. Meldebogen:
Für die Erfassung stehen spezielle Meldebögen zur Verfügung, diese sind erhältlich bei der Staatlichen Vogelschutzwarte sowie bei Volker Blüml, Hasestraße 60, 49074 Osnabrück; Tel.: 0541-1505924, e-mail: v.blueml@bms-umweltplanung.de . Bei Bedarf können über V. Blüml auch Tonbandkopien für Klangattrappen zur Verfügung
gestellt werden.
Zum Seitenanfang
Wiesenweihe
Wie in den letzten Jahren sollen auch 2003 nach Möglichkeit alle Brutvorkommen der Wiesenweihe erfaßt und gemeldet werden. Näheres dazu siehe Vogelkundliche
Berichte aus Niedersachsen 34 (2002), S. 196-197. Weitere Auskünfte: Dagmar Stiefel, NLÖ, Göttinger Str. 14, 30449 Hannover, Tel.: 0511-4446-213, e-mail: damar.stiefel@nloe.niedersachsen.de
Sperbergrasmücke
Im Jahr 2003 soll eine aktuelle Übersicht zur Verbreitung und Bestandsgröße de Sperbergrasmücke in Niedersachsen erarbeitet werden.
Dazu rufen NOV und Staatliche Vogelschutzwarte im NLÖ zu einer landesweiten Erfassung auf.
Die Sperbergrasmücke hat derzeit zwei Verbreitungszentren im Land: die Hauptvorkommen liegen im Landkreis Lüchow-Dannenberg, aus dem aufgrund der
Kartierungen durch die Avifaunistische Arbeitsgemeinschaft Lüchow-Dannenberg seit langem qualifizierte Übersichten vorliegen. Der Kenntnisstand ist daher für diesen
Landkreis recht gut. Ein zweites Vorkommensgebiet ist der niedersächsische Drömling (Landkreise Gifhorn, Helmstedt und Stadt Wolfsburg). Auch hier sind mehrere Bearbeitungen in der Vergangenheit durchgeführt worden.
Auf diesen Grundlagen basierend sollen im Jahr 2003 Aktualisierungen und Überprüfungen der Ergebnisse der Vorjahre vorgenommen werden und aus dem dann
vorliegenden Datenmaterial eine aktuelle vollständige Übersicht publiziert werden.
Hiermit bitten wir alle NOV-Mitglieder, die Erfassungen zur Sperbergrasmücke zu unterstützen, insbesondere auch in ehemaligen oder weiteren außerhalb der
Verbreitungszentren gelegenen Brutgebieten nach Vorkommen zu kontrollieren.
Ansprechpartner ist Andreas Klein, Biodata Braunschweig, Peterskamp 21, 38108 Braunschweig, Tel.: 0531/73657, E-Mail: biodata@biodata-bs.de
Zum Seitenanfang
Mauersegler
Der Mauersegler ist Vogel des Jahres 2003. NABU und Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) haben aus diesem Anlass zu besonderen Schutzmaßnahmen
aufgerufen und Erfassungen angeregt (siehe dazu auch www.mauersegler.de). Methodisch bedingt sind flächendeckende Erfassungen dieser Art sehr schwierig.
Allerdings können auch Erfassungen in einzelnen Ortschaften oder z.B. Stadtteilen wertvolle Daten zur Häufigkeit liefern. Interessenten für Bestandserfassungen erhalten weitere Informationen bei folgenden
Ansprechpartnern: Dr. Reinhard Holländer, Weissenburger Str. 11, 49076 Osnabrück, Tel.: 0541-434377, E-Mail: Dr.Hollaender@t-online.de Paul Kunze, Im Schäfergarten 8, 38690 Vienenburg, Tel.: 05324-2571.
Zum Seitenanfang
Aufzeichnung der Sammlung von plattdeutschen Vogelnamen von Bernhard Hellwege
Im plattdeutschen Sprachraum unseres Landes gibt es drei Regionaldialekte: das Nordniederdeutsche, das Westfälische und das Ostfälische. Zwischen Elbe und Weser
wird das Nordniederdeutsche als regionale Ausformung des Plattdeutschen gesprochen. Aber Sprachgebiete halten sich nicht an politische Grenzen, auch nicht an
natürliche Grenzen wie Elbe und Oste. Vielmehr sind Flüsse oft Lebensadern bzw. Zugstraßen. Andererseits stellt schon das einzelne Dorf eine mundartliche Einheit dar,
indem es in der Lautstruktur kleine Unterschiede gibt, z.B. in den Dörfern Kranenburg – Bossel – Heinbockel. In einer Region hat eine Art so mitunter zwei Namen.
Jede Sprache ist gewachsen wie ein Baum, aber Menschenwerk d.h. variationsfähig, wandelbar. Einige Vogelnamen entwickelten sich parallel zu hochdeutschen
Bezeichnungen, z.B. Rotkehlchen, Buchfink und Sperling. Manche plattdeutschen Vogelnamen zeugen von biologischer Treffsicherheit und platturiger Derbheit oder auch
von poetischen Nuancen. Sie sind oft mündlich überliefert, und zwar in volkstümlicher Art. Lautnachahmende Vogelnamen sind z.B. Vogel Bülow (Pirol).
Vom Sprechen zum Schreiben heißt es eine allgemein lesbare Schriftform zu finden. Diese orientiert sich an „Kleines Plattdeutsches Wörterbuch“ von Johs Saß und „Das
Plattdeutsche Wörterbuch“ von Wolfgang Lindow.
|
Hochdeutsch
|
Plattdeutsch
|
|
Adler
|
Adelarn
|
|
Alpenstrandläufer
|
Wattenloiper
|
|
Auerhahn (weiblich)
|
Auerhohn, Auerhehn
|
|
Austernfischer
|
Tüten
|
|
Bachstelze
|
Wippsteert, Ackersmann
|
|
Baumfalke
|
Lerkenklemmer
|
|
Bekassine
|
Himmelszeeg, Mekkermann
|
|
Bergente
|
Doppelte Fresecke
|
|
Birkhuhn
|
Barkhohn, Barkhehn
|
|
Blässhuhn
|
Blesshuhn, Timphehn
|
|
Blaumeise
|
Piepmees
|
|
Brandgans
|
Sandgoos
|
|
Buchfink
|
Bookfink
|
|
Buntspecht
|
Boompicker
|
|
Dohle
|
Dooln
|
|
Dompfaff = Gimpel
|
Doompaap
|
|
Dorngrasmücke
|
Groot Kattönjer
|
|
Drosselrohrsänger
|
Reethpieper
|
|
Eichelhäher
|
Häger
|
|
Eisente
|
Kirre
|
|
Eisvogel
|
lisvogel
|
|
Elster
|
Heister
|
|
Enten, allgemein
|
Oont
|
|
Erlenzeisig
|
Zisek
|
|
Eulen, allgemein
|
Kattuhl
|
|
Fasan
|
Foson
|
|
Fichtenkreuzschnabel
|
Taternvogel
|
|
Gans, männlich
|
Ganner
|
|
Gänse
|
Goos, Göös
|
|
Gänsesäger
|
Schöbbeje
|
|
Gartengrasmücke
|
Grausmieg
|
|
Gartenrotschwanz, Hausrotschwanz
|
Rootsteert
|
|
Geier, allgemein
|
Aasvogel
|
|
Goldammer
|
Geellatsch, Geelgöschen
|
|
Goldregenpfeifer
|
Kiewitthalbbruder
|
|
Gr. Brachvogel
|
Regenfleiter, Regentüt, Schlickvogel, Güttvogel
|
|
Grasmücke, allgemein
|
Grausmieg, Grauarschen
|
|
Grauammer
|
Grauartje
|
|
Graugänse
|
Wille Göös
|
|
Graureiher
|
Schittreiher
|
|
Grauschnäpper
|
Flegensnäpper
|
|
Greifvogel, allgemein
|
Stöötvogels, Krumm
|
|
Große Rohrdommel
|
Iprump
|
|
Grünfink
|
Grönfink
|
|
Grünspecht
|
Immenwulf, Gnickelspecht, Grön Boomhacker
|
|
Habicht
|
Höhnerhoov, Hark
|
|
Haubenlerche
|
Topplark
|
|
Haubentaucher
|
Plattehke, Schläphack
|
|
Heckenbraunelle
|
Hogenkreeper
|
|
Hohltaube
|
Kohduw
|
|
Huhn, Hahn
|
Hehn, Hohn
|
|
Jungvögel
|
Gössel
|
|
Kampfläufer
|
Rugenminten
|
|
Kiebitz
|
Kiewitt
|
|
Kleiber
|
Boomkrüper, Boomlöper
|
|
Knäkente
|
Blaue Krikke
|
|
Kohlmeise
|
Speckmees, Mütjen
|
|
Kolkrabe
|
Klunkroof
|
|
Kormoran
|
Shaw, Nodder
|
|
Kornweihe
|
Hosenhaawt
|
|
Krähen, allgemein
|
Kreihn
|
|
Kranich
|
Kroon, Kraanken
|
|
Krickente
|
Krikke, Krikk (ont)
|
|
Kuckuck
|
Kukuuk
|
|
Lerchen, allgemein
|
Lörken, Lark
|
|
Löffelente
|
Läpelschnut, Sabbloont
|
|
Mauersegler
|
Toornswolk
|
|
Mäusebussard
|
Musshaak, Krumschnobel
|
|
Mehlschwalbe
|
Murswooken
|
|
Meisen, allgemein
|
Meesen
|
|
Misteldrossel
|
Schnarrdrossel, Schrachter
|
|
Mittelsäger
|
Scharbeje
|
|
Mönchsgrasmücke
|
Swattkopp, Mönk
|
|
Moorente
|
Kirr
|
|
Möwen, allgemein
|
Mööwen
|
|
Nachtigall
|
Nachtegal
|
|
Nebelkrähe
|
Dookkreih
|
|
Neuntöter
|
Dickkopp, Dorndreier, Negenmörder
|
|
Nonnengans
|
Swatte, Jauker
|
|
Pfau
|
Pagelun
|
|
Pfeifente
|
Schmundt, Quitscher
|
|
Pirol
|
Vogel Bülow, Pingstvogel
|
|
Rabenkrähe
|
Sootkreih
|
|
Raubwürger
|
Groode Neegenmörder
|
|
Rauchschwalbe
|
Hunswooken, Stallswooken
|
|
Rebhuhn
|
Rapphehn
|
|
Ringeltaube
|
Duwok
|
|
Rohrammer
|
Reethlünen
|
|
Rohrsänger, allgmein
|
Reethticker
|
|
Rotdrossel
|
Windrossel, Winvogel
|
|
Rotkehlchen
|
Rotbössen
|
|
Rotmilan
|
Govelrick
|
|
Rotschenkel
|
Tüt, Regentüten, Tüürlürken
|
|
Saatkrähe
|
Sootkreih
|
|
Schafstelze
|
Koohschietvogel
|
|
Schellente
|
Köllje
|
|
Schleiereule
|
Wumpeluul
|
|
Schnatterente
|
Knökoont
|
|
Schwalben, allgemein
|
Swooken, Sworken, Swonken
|
|
Schwäne
|
Schwöön
|
|
Schwanzmeise
|
Pannensteert
|
|
Schwarzdrossel
|
Swattdrossel
|
|
Schwarzspecht
|
Swattspecht
|
|
Schwarzstorch
|
Swatte Aebar
|
|
Seidenschwanz
|
Pestvogel
|
|
Singdrossel
|
Schraggeldrossel
|
|
Spechte, allgemein
|
Kuckucksköster, Weehop
|
|
Sperber
|
Klemmer, Lünkhoow
|
|
Sperlinge, allgemein
|
Lünen, Dackiünen
|
|
Spießente
|
Pielsteert, Langhals, Pylsteert
|
|
Star
|
Spreen
|
|
Steinkauz
|
Grawuhl, Knappuhl, Knackuhl
|
|
Steinschmätzer
|
Blicksteert
|
|
Stieglitz
|
Disselfink
|
|
Stockente
|
Graaw, Grobe Oont, Knüpploont
|
|
Sumpfohreule
|
Mooruhl
|
|
Tafelente
|
Grelje
|
|
Tauben, allgemein
|
Duuv, Düffel (männlich)
|
|
Teichhuhn
|
Tockhehn, Oükerhehn
|
|
Trauerseeschwalbe
|
Scheerke, Schirk
|
|
Truthenne
|
Puter
|
|
Türkentaube
|
Quinduben
|
|
Turmfalke
|
Falk
|
|
Uferschnepfe
|
Greto
|
|
Uferschwalbe
|
Sandswooken
|
|
Uhu
|
Schutuut
|
|
Wacholderdrossel
|
Kraansvogel
|
|
Wachtel
|
PuttvullGött, Quackel
|
|
Wachtelkönig
|
Grashehn, Kräxkrax
|
|
Waldkauz
|
Dodenvogel
|
|
Waldrohreule
|
Nachtuhl
|
|
Waldschnepfe
|
Snipp
|
|
Weißstorch
|
Äbeer, Äbär
|
|
Wiedehopf
|
Iprump, Stinkhohn, Puvogel
|
|
Wiesenweihe
|
Kükewieh
|
|
Zaunkönig
|
Kottjehann, Tuunkönig
|
|
Ziegenmelker
|
Allervogel, Dausleeper
|
|
Zwergsäger, Zwergtaucher
|
Düker
|
|
Zwergtaucher
|
Stoffeerkenküken
|
|
|
|
„Wie mööt oppassen, datt wi se nich vergeet, de plattdütschen Vogelnomen“.
Quellen: Franz Heike: Die Vogelwelt des Kreises Osterholz, 1966 Hinrich Pape: Plattdeutsche Wörter und Redensarten, Harsefeld, 1986
Gerhard Boenigk & Anna Göth: Vogels op Platt, Braunschweig, 1997 H. Gerken, H.-E. Hansen, H.H. Kahrs, J. Ludwigs: Ik bün al hier, Stade 1997 Wolfgang Steinborn: Niederdeutsche Tiernamen, Schneverdingen 1999
Mündliche und schriftliche Auskünfte von älteren Leuten (70-90), Jägern und anderen Personen.
Bernhard Hellwege, Koppelring 7 B, 21726 Oldendorf
Zum Seitenanfang
Vereinsbibliothek
Bis heute gibt es in Niedersachsen keine zentrale Bibliothek für avifaunistische Literatur, die das Bundesland Niedersachsen und angrenzende Regionen betreffen.
Seit langem schon hat der Vorstand der NOV auf eine vereinseigene Bibliothek hingearbeitet, um an einem Standort eine solche Sammlung beginnen zu können. H.
Zang und F.-U. Schmidt haben in den letzten drei Monaten zweimal Gespräche mit der Universitätsbibliothek in Göttingen geführt, die sich für ein solches Projekt interessiert hat.
Als Grundstock dieser von uns geplanten Bibliothek dient die von Herbert Krösche der NOV vermachte private Bibliothek (ca. 1.400 Bücher und mehr als 500
Zeitschriftenbände); hinzu kämen die bei J. Ludwig gesammelten und deponierten Tauschzeitschriften. In den Gesprächen mit der Universitätsbibliothek Göttingen geht es nun um folgende noch zu klärenden Fragen:
In welcher Form wird die (auch weiter wachsende) Sammlung aufgestellt?
In welcher Form können die Bücher und Zeitschriften in Göttingen genutzt werden?
Wie werden die Bestände nach Göttingen transportiert?
Wie sieht die Nutzung durch z.B. den Schriftführer der „Vogelkundlichen Berichte aus Niedersachsen“ aus?
Welche Kosten werden insgesamt veranschlagt und mit welcher Summe kann/muß sich die NOV an den Transport-, Binde- und Erfassungskosten beteiligen?
Wird es einen Zugang auch über das Internet geben?
Im Augenblick werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert und wir hoffen, in wenigen
Wochen wichtige Punkte geregelt zu haben. Sollten wir es schaffen, in Göttingen so eine Art „Zentralbibliothek Ornithologie Niedersachsen“ als Präsenzbibliothek zu
installieren, dann sind schon jetzt alle avifaunistisch arbeitenden Gruppen in Niedersachsen (und Umgebung) gebeten, uns bei der Komplettierung ihrer regionalen
Zeitschriften zu helfen. Demnächst mehr – und hoffentlich positiv! Frank-Ulrich Schmidt, Carl-Peters-Str. 42, 29614 Soltau, e-mail: f.u.schmidt@t-online.de
Zum Seitenanfang
OSA bittet um Unterstützung bei Brutvogelkartierung in Sachsen-Anhalt
Der Ornithologenverband Sachsen-Anhalt (OSA) führt seit 1999 eine halbquantitative Brutvogelkartierung auf Basis von Messtischblatt-Quadranten im Norden
Sachsen-Anhalts durch. Mit Unterstützung der Staatlichen Vogelschutzwarte Steckby soll das Projekt nun bis 2004 weitgehend abgeschlossen werden, so dass spätestens 2006 der fertige Atlas vorliegen kann.
Da die Ornithologendichte im Norden Sachsen-Anhalts äußerst gering ist, sind noch etliche Quadranten unbesetzt. Viele der noch nicht vergebenen Quadranten befinden
sich im Westen des Landes. OSA und Vogelschutzwarte wenden sich deshalb mit der Bitte um Unterstützung an niedersächsische Ornithologen, die im Grenzgebiet zu Sachsen-Anhalt aktiv sind.
Wer Lust und Zeit hat, einen oder mehrere Quadranten in den Jahren 2003 und 2004 zu kartieren, sollte sich möglichst bald mit Stefan Fischer (Vogelschutzwarte Steckby,
Zerbster Str. 7, 39264 Steckby, Tel. 039244-940917, e-mail: sfischer@lau.mu.lsa-net.de) in Verbindung setzen. Man müsste 8 Begehungen mit
einer Gesamtzeit von 50-80 Stunden einkalkulieren. Der Zeitaufwand kann über die Kartierungsjahre verteilt werden. Auf folgenden Messtischblättern im niedersächsisch - sachsen-anhaltischen
Grenzgebiet sind noch Quadranten zu vergeben (teilweise liegen sogar große Flächenanteile auf niedersächsischem Landesgebiet): "gegenüber" Lkr. Helmstedt:
MTB 3531 (Oebisfelde), MTB 3632 ( (Flecken Weferlingen), MTB 3732 (Helmstedt), MTB 3832 (Wefensleben), MTB 3932 (Ansleben); "gegenüber Lkr. Goslar: MTB 4029
(Vieneburg), MTB 4030 (Osterwieck), MTB 4129 (Bad Harzburg), MTB 4130 (Wernigerode). Stefan Fischer, Landesamt für Umweltschutz S-A, Staatliche Vogelschutzwarte Steckby,
Zerbster Str. 7, D-39264 Steckby, Tel. 039244 940 9 - 17, Fax: 039244 940 9 – 19
Zum Seitenanfang
Farbberingte Neuntöter in den Niederlanden: Ein Aufruf um Mithilfe!
Seit vielen Jahren sind wir von der Stiftung Bargerveen in den Niederlanden mit populations-ökologischen Untersuchungen beim Neuntöter beschäftigt. Wir
untersuchen unter anderem die Dispersionsprozesse (Verbreitung von Jung- und Altvögeln) dieser in den Niederlanden sehr selten gewordenen Art. Die einzige noch
relativ grosse Population liegt nahe der deutschen Grenze, im Hochmoorreservat ‘Bargerveen’, etwa 17 km westlich der Stadt Meppen. Hier konnten 1996 noch 110
Brutpaare festgestellt werden, aber die Anzahl ist zurückgegangen auf 60 Paare in 2002. Seit 1992 sind im Bargerveen und in den holländischen Restpopulationen
mehr als 1.000 Jungvögel farbig beringt geworden. Es ist zu erwarten dass ausgeflogene Jungvögel sich auch jenseits der Grenze umschauen und somit auch in Niedersachsen brüten werden.
Bis jetzt haben wir sehr wenig Mischung zwischen den niederländischen Populationen feststellen können. Auch gab es bisher keine Wahrnehmungen
unserer farbberingten Neuntöter in Niedersachsen oder in anderen Bundesländern. Auf der deutschen Seite suchen wir aber nur in der direkten Umgebung des
Bargerveens und nur wenig intensiv. Wir kennen auch nicht alle Brutplätze des Neuntöters und bräuchten Hilfe lokaler Ornithologen. Deshalb bitten wir euch die
nächste Saison und die folgenden Jahre auf farbberingte Neuntöter zu achten. Bis 2001 wurden die Jungvögel mit vier verschiedenen Farben beringt: rot, gelb, blau und schwarz
, jeder Vogel mit einem Farbring (linkes oder rechtes Bein). Zusätzlich bekam jeder Vogel einen Aluminiumring. Alle Kombinationen von Farbring und Aluminiumring sind hierbei möglich.
In 2002 sind 180 Jungvögel individuell beringt geworden. Damit hoffen wir die Überlebensrate genau zu berechnen. Dazu bekamen die Farbringe zusätzlich eine Beschriftung mit zwei Buchstaben, zwei Zahlen oder eine Kombination. Rote, blaue und schwarze Ringe haben weisse
Beschriftungen, gelbe Ringe schwarze Beschriftungen. Die Beschriftungen sind jeweils dreifach angebracht, wobei die Buchstaben /Zahlen unter einander stehen (s. Foto). Die benutzten Buchstaben sind:
A, E, H, J, L, N, P, S, T, V, X, Z; die benutzten Zahlen sind: 0, 3, 6, 8, 9. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass mit einem guten Spektiv die Kodierung bis auf
300m abzulesen ist. Ab 2003 wird diese Beringungsweise fortgesetzt. Falls Sie einen beringten Neuntöter sehen, ist es wichtig, nicht nur die Farbe des Ringes zu notieren,
sondern auch seine Position (links/rechts, oben/unten) zum Aluminiumring, damit wir wissen wo der Vogel beringt geworden ist. Ringablesungen bitte melden an unsere E-mail Adresse: klauwier@sci.kun.nl (‘klauwier’ ist niederländisch für Neuntöter,
eigentlich ‘grauwe klauwier’), oder telefonisch (0031-024-3653288). Herzlichen Dank für alle Mühe im voraus! Marten Geertsma und Hans Esselink – Stiftung Bargerveen, Katholische Universität
Nijmegen (KUN), Abteilung Tierökologie, Postfach 9010, 6500 GL Nijmegen, Niederlande.
Zum Seitenanfang
Beobachtungen aus dem Landkreis Grafschaft Bentheim/SW-Niedersachsen
Erste wertvolle und ausführlichere Berichte zur Avifauna der Grafschaft Bentheim finden sich vor allem in Specht (1940) und Hammerschmidt (1971).
Der Vogelkundliche Arbeitskreis Grafschaft Bentheim plant nun die Zusammenstellung einer kommentierten Artenliste für alle bisher im Landkreis nachgewiesenen
Vogelarten (Redaktion P. Knolle, E. Meyer, G. Niehaus, J.-H. Mülstegen). Beobachter, die über avifaunistische Daten aus der Grafschaft Bentheim verfügen, werden herzlich
gebeten, sie für die vorgesehene Auswertung zur Verfügung zu stellen. Willkommen sind nicht nur aktuelle, sondern auch historische Daten jeglicher Art (seltenere Brut-
und Gastvögel, Beobachtungen von regelmäßig vorkommenden Arten wie z.B. Gänse und Schwäne, ungewöhnliche Beobachtungen, Angaben zur Siedlungsdichte usw.) sowie Hinweise auf Gutachten für Behörden usw..
In der Grafschaft Bentheim liegen (über-)regional bekannte Gebiete wie Gildehauser Venn, Syen Venn, Bentheimer Wald, Samerrott, Engdener Wüste, Laarsches Bruch,
Wietmarscher und Georgsdorfer Moor. Der Landkreis reicht von Bad Bentheim und Schüttorf im Süden bis Emlichheim und Wietmarschen im Norden. Zentral gelegene Kreisstadt ist Nordhorn.
Meldungen und Hinweise bitte an: Jan-Harm Mülstegen, Olderstiege 1 A, 48455 Bad Bentheim, e-mail: J.H.Muelstegen@t-online.de , oder Günter Niehaus, Heckenstraße 12, 48455 Bad Bentheim, e-mail: GuT.Niehaus@t-online.de.
Zum Seitenanfang
Verschiedenes
Naturkundliche Berichte zur Fauna und Flora Südniedersachsens Der Arbeitskreis Göttinger Ornithologen hat Band 7 (2002) der „Naturkundlichen
Berichten zur Fauna und Flora Südniedersachsens“ herausgeben. Der Band enthält u.a. den avifaunistischen Jahresbericht 2001. 242 S., Preis: 13,50 E. Bezug: Prof.
Heitkamp, Bergstr. 17, 37130 Gleichen-Diemarden, Tel.: 0551-795544, e-mail: prof.heitkamp@t-online.de .
Die Vogelwelt im Landkreis Nordhausen und am Helmestausee Diese neue Avifauna von M. Wagner und J. Scheuer behandelt den ornithologisch sehr
wertvollen Raum in Nordthüringen (311 nachgewiesene Vogelarten). Format 17x24 cm, 420 Seiten, 59 Karten, 92 Diagramme, 46 Tabellen und 63 Farbfotos. ISBN
3-9807629-7-1, 29,90 E Bezug: Echino Media Verlag, Untere Zense 36, 07616 Bürgel, Tel.: 036692-35578.
„Sonderheft Ornithologie“ des NABU Osnabrück In der Reihe „Naturschutz-Informationen“ ist ein neues „Sonderheft Ornithologie“
erschienen. Auf insgesamt 165 Seiten enhält es neben dem Ornithologischen Sammelbericht 1999-2001 für die Region Osnabrück zwölf Beiträge zur regionalen
Avifauna und zu Naturschutzthemen, darunter auch Referate der „4. Naturschutztagung Westniedersachsen“. Das Heft kann für 7 E zzgl. 0,77 E Versandkosten beim NABU Osnabrück, Am Schölerberg 8, 49082 Osnabrück ( nabu-os@osnanet.de ) bezogen werden.
Tiere in der Stadt Osnabrück Im achten Band der „Umweltberichte“ der Stadt Osnabrück stellen Gerhard Kooiker
(Text) und Bernhard Volmer (Fotos) in kurzen Porträts Tiere der Stadt Osnabrück vor. Die einzelnen Beiträge waren in den Vorjahren bereits in einer populär-wissenschaftlichen
Serie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ erschienen. Die Texte wurden nun ergänzt durch hervorragende Farbfotos von B. Volmer und kompakt in Buchform herausgegeben. Der sehr ansprechende Band (110 S.) ist erschienen im
secolo-Verlag, Osnabrück, ISBN 3-929979-63-2, 18,00 E.
Schriftentausch: „Vogel und Umwelt“ Wer hat Interesse „Vogel und Umwelt“ im Schriftentausch mit den „Vogelkundlichen
Berichten aus Niedersachsen“ zu beziehen? Interessenten wenden sich an: Klaus Fiedler, Kantstr. 7, 63067 Offenbach, Tel.: 069-880690.
|