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Vogelkundliche Berichte aus Niedersachsen

Jahrgang 27 - Heft 1 - 1995     (zurück zur Inhaltsübersicht)

 

Mülstegen, J. -H. (1995): Haubentaucher (Podiceps cristatus) - Brüten an Fließgewässern im südwestlichen Niedersachsen. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 27: 1-6.

In den Jahren 1984 bis 1990 sowie 1993 wurden auf den Flüssen Vechte und Dinkel (Landkreis Grafschaft Bentheim; SW-Niedersachsen) an mindestens 4 Stellen Brüten des Haubentauchers (Podiceps cristatus) nachgewiesen. Die Fließgeschwindigkeiten der besiedelten Gewässerstrecken liegen zwischen 0, 10 m/s und 0, 50 m/s, die Gewässergüte reicht von “kritisch belastet" bis “stark verschmutzt". Das Nahrungsangebot an Kleinfischen dürfte für die Art in beiden Flüssen ausreichend groß sein. Der Haubentaucher siedelte bereits 2 Jahre nach seinem erstmaligen Auftreten als Brutvogel der Region (1982) auf einem Fließgewässer. Möglicherweise war die Habitatqualität der besetzten Flussstrecken höher als die der unbesetzt gebliebenen stehenden Gewässer. Seit spätestens 1990 ist die Art auch Brutvogel auf der Ems im nordöstlich und östlich angrenzenden Emsland.

Jan-Harm Mülstegen, Am Berghang 13, 48455 Bad Bentheim

 

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Hanstein, U. (1995): Ein früheres Vorkommen des Uhus (Bubo bubo) in der Lüneburger Heide. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 27: 7-11.

Einige inzwischen bekannte Dokumente lassen das bislang angezweifelte frühere Brutvorkommen des Uhus in der Lüneburger Heide nunmehr als gesichert erscheinen.

Dr. U. Hanstein, Sellhorn, 29646 Bispingen.

 

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Temme, M. (1995): Erfolgreiche Brüten des Schwarzkehlchens (Saxicola torquata) auf der Insel Norderney. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 27: 13-15.

Das Schwarzkehlchen ist regelmäßiger aber seltener Durchzügler auf der Insel Norderney. 1994 wurde erstmals auch eine Brut in einem größeren Dünental nachgewiesen. Bei den beiden Brüten dieses Brutpaares wurden 4 und 3 Jungvögel flügge.

Beide Nistplätze befanden sich an einer Böschung mit charakteristischer Graudünenvegetation nahe einem stark frequentierten Weg. In der weiteren Umgebung schloß sich ein anmooriger Bereich mit kleinen Wasserflächen an.

Dr. M. Temme, Alter Horst 18, 26548 Norderney

 

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Gerdes, K. (1995): Zur Phänologie des Dunklen Wasserläufers (Tringa erythropus) im Dollart. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 27: 17-22.

Neue Kenntnisse haben das Bild von der Zugphänologie dieser Art ergänzt. Ansammlungen, die 1 % des Bestandes (1. 200 Expl. ) auf dem ostatlantischen Zugweg überschreiten, treten im Wattenmeer nur an einigen Stellen auf, nicht nur auf dem Wegzug, sondern lokal auch auf dem Heimzug von Ende April bis Mitte Mai . Dabei ragen zwei Gebiete mit hohen Konzentrationen heraus: 1. Das Watt N vom Elbe-Ästuar (bis 7. 760 Expl. ) und 2. der Dollart im Ems-Ästuar (bis 6. 680 Expl. ). Der Heimzug kulminiert im ersten Maidrittel und der Wegzug im Juli (Abb. 1). Die im Jahreslauf räumlich unterschiedliche Verteilung ist wahrscheinlich mit der Wanderung der Garnele (Crangon crangon) zu erklären. Während der letzten fünf Jahre hat der Rastbestand wahrscheinlich zugenommen (Abb. 2). Der im Juli und August schwächer ausgeprägte Wegzug wird als Folge stärkerer Verteilung der Art im Wattenmeer und im Binnenland gedeutet. Das Nahrungsspektrum und das Nahrungssuchverhalten werden beschrieben.

Dr. K. Gerdes, Mozartstr. 20, D-26789 Leer

 

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Blüml, V. & G. Fiedler (1995): Erfolgreiche Brut eines 22-jährigen Weißstorchs (Ciconia ciconia). Vogelkundl. Ber. Niedersachs. 27: 23-26.

1993 wurde in Dümmerlohausen (Landkreis Vechta, Niedersachsen) ein 22jähriges Weißstorch-Weibchen als Brutvogel festgestellt; dieser Storch hatte zuvor vermutlich 14 Jahre lang Bindung an einen 25 km nordwestlich gelegenen Horst.

Die Ringablesungen dieses Storches, die Partnerwahl, Bruterfolg und Ringwiederfunde der Jungen werden dokumentiert. Die Brut im außergewöhnlich hohen Alter, die starke Horsttreue und die späte Umsiedlung werden im Hinblick auf allgemeine Erkenntnisse zu diesen Fragen beurteilt.

V. Blüml, Hasestraße 12, D-49593 Bersenbrück; G. Fiedler, Ulstruper Weg 17, D-24960 Glücksburg

 

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Heckenroth, H. (1995): Rote Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Brutvogelarten. 5. Fassung, Stand 1. 1. 1995. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 27: 27-37.

Von 218 Brutvogelarten in Niedersachsen und Bremen sind 7 Arten “Ausgestorben oder verschollen", 29 Arten sind “Vom Aussterben bedroht", “Stark gefährdet" sind 31 Arten, 26 Arten sind “Gefährdet", weitere 20 Arten “Potentiell gefährdet" oder “Vermehrungsgäste". Zusätzlich werden in der Rote-Liste-Region Bergland mit Börden 5 Brutvogelarten als “Gefährdet" eingestuft.

H. Heckenroth, Staatliche Vogelschutzwarte Niedersachsen, Scharnhorststr. 1, 30175 Hannover.

 

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last updated: 29.08.2007