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Vogelkdl. Ber. Niedersachs. Jahrgang 33 - Heft 2 - 2001
Themenheft: Naturschutz und Verhalten
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Bairlein, F. (2001): Was erwartet die wissenschaftliche Biologie vom Naturschutz? Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 77-84. Im Dialog zwischen "Naturschutz" und "Forschung"
gibt es nach wie vor Defizite und Konflikte. Der Naturschutz darf von der Forschung erwarten, dass sie ihm bei der Lösung aktueller naturschutzfachlicher Probleme hilft. Andererseits wäre es kurzsichtig, Forschung
nur dann zu akzeptieren, wenn sie dem Naturschutz unmittelbar "nutzt". Naturschutzrelevante Forschung ist mehr als angewandte Naturschutzforschung im engeren Sinn. Naturschutzforschung i.e.S. kann nur ein
Teil einer umfassenderen naturschutzrelevanten Forschung sein, die ihre Wurzeln in gleicher Weise in der Grundlagenforschung als "Forschung für Naturschutz" hat und haben muss. "Forschung für
Naturschutz" sind alle Ansätze, die die Lebensgewohnheiten, Anpassungen, Toleranz und Flexibilität von Organismen in und an ihre Umwelt analysieren, die die Funktion von Populationen beschreiben und die
Zusammenhänge in Lebensgemeinschaften und ganzen Systemen aufklären. Nur mit einer solchen grundlegenden und somit nicht zwangsläufig vordergründig anwendungsorientierten Analyse werden wir die Mechanismen
natürlicher Systeme, ihrer Prozesse und Entwicklungen und ihre Anpassungsfähigkeit und Funktion verstehen, als die einzig vernünftige Basis für naturschutzfachliche Bewertung und naturschutzpraktische Umsetzung.
Gleichzeitig braucht moderne Naturschutzwissenschaft einen geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Ansatz und muss Aspekte aus den Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften berücksichtigen. Dieses Miteinander
und die positive Rückkopplung zwischen Grundlagen- und Anwendungsforschung zu erkennen und zu pflegen, ist eine gemeinsame Herausforderung. F. B., Institut für Vogelforschung "Vogelwarte Helgoland", An
der Vogelwarte 21, D-26386 Wilhelmshaven, franz.bairlein@ifv.terramare.de
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Rösner, H.-U. (2001): Was erwartet der Naturschutz von der wissenschaftlichen Biologie? Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 85-88.
Der Naturschutz braucht eher mehr als weniger biologische Forschung. Die Wissenschaft hat aber auch mitunter Nachholbedarf beim Respekt vor
Schutzgebieten, in der abgelieferten Qualität und dabei, gleichermaßen unabhängig wie in gesellschaftlicher Verantwortung zu handeln. H.-U. R., WWF Deutschland, Projektbüro Wattenmeer, Norderstraße 3, D-25813
Husum, roesner@wwf.de
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Bergen, F. (2001): Windkraftanlagen und Frühjahrsdurchzug des Kiebitz (Vanellus vanellus): eine Vorher/Nachher-Studie an einem traditionellen Rastplatz in Nordrhein-Westfalen.
Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 89-96. Im Rahmen einer mehrjährigen Untersuchung wurde der Frühjahrsdurchzug des Kiebitz (Vanellus vanellus) vor und nach Errichtung eines Windparks an einem
traditionellen Rastplatz im Binnenland untersucht. Auf einer in Nordrhein-Westfalen liegenden etwa 380 ha großen Fläche wurden in der Zeit zwischen Anfang Februar
und Anfang April der Jahre 1998 bis 2001 Kartierungen der rastenden Individuen durchgeführt. Die räumliche Verteilung der Kiebitze unterschied sich im Jahr 2000,
nach der Errichtung von 17 Windenergieanlagen (WEA), deutlich von den Vorjahren. Insbesondere die Bereiche mit der höchsten WEA-Dichte wurden gemieden. Auch
die Verteilung der Individuen auf 100 m breite, radiale Abstandsklassen ergab Hinweise auf ein Meideverhalten der Art gegenüber WEA. In einem Abstand von
unter 200 m zu einer WEA traten deutlich weniger Kiebitze auf als a) vor der Errichtung der WEA und b) anhand der Flächengröße zu erwarten gewesen wäre.
Die durch die WEA entstehenden Reize werden als Ursachen für dieses Ergebnis diskutiert. Nach der Errichtung von weiteren elf WEA bis zum Jahr 2001 ging der
Rastplatz für die Art vollständig verloren. Die Relevanz des durch die WEA entstehenden Lebensraumverlustes hängt letztlich davon ab, ob für Kiebitze in der
Umgebung Ausweichflächen gleicher Qualität zur Verfügung stehen. Im Sinne des Vorsorgeprinzips sollte bei der zukünftigen Planung von WEA ein Abstand von
mindestens 200 m zu bedeutenden Rastplätzen des Kiebitz eingehalten werden. F. B., Allgemeine Zoologie und Neurobiologie Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, frank.bergen@ruhr-uni-bochum.de
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Kowallik, C. & J. Borbach-Jaene (2001): Windräder als Vogelscheuchen? - Über den Einfluss der Windkraftnutzung in Gänserastgebieten an der nordwestdeutschen Küste.
Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 97-102. Im Winterhalbjahr 1999/2000 wurden in der Westermarsch im nordwestlichen Niedersachsen im dreitägigen Rhythmus die Nonnengans-Bestände (Branta
leucopsis) kartiert. Um den Einfluss der vorhandenen - mittleren bis kleinen - Windenergieanlagen (WEA) zu ermitteln, wurde die Verteilung der Gänsedichten im
Gebiet untersucht. Es ergaben sich Radien von 350 m um die WEA, in denen fast keine Nonnengänse ästen. Auch im Abstand zwischen 350 m und 600 m erreichte die Nonnengansdichte nur die Hälfte des Wertes der
weiter entfernt gelegenen Bereiche. Für das Gänse-Rastgebiet Westermarsch ergibt sich daraus eine Kapazität, die gegenüber der ohne WEA möglichen um 41 %
vermindert ist. Die hier ermittelten Werte bestätigen die Trends, die in vorangegangenen, ähnlichen Arbeiten bestimmt wurden. Durch die höhere
Erfassungsintensität können die Meidedistanzen nun exakter quantifiziert werden. C. K., Virchowstr. 8a, 26789 Leer, christine.kowallik@mail.uni-oldenburg.de; J. B.-J.
, Universität Osnabrück, FB Biologie/Chemie, AG Gänseforschung, Barbarastr. 11, 49069 Osnabrück, JJaene@aol.com
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Kruckenberg, H. & J. Borbach-Jaene (2001): Auswirkung eines Windparks auf die Raumnutzung nahrungssuchender Blessgänse - Ergebnisse aus einem
Monitoringprojekt mit Hinweisen auf ökoethologischen Forschungsbedarf. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 103-109. Im Rheiderland (Nordwestniedersachsen) wurden die Auswirkungen der Errichtung
eines Windparks auf die Raumnutzung nahrungssuchender Blessgänse (Anser albifrons) untersucht. Nach dem Bau der Anlage mieden die Gänse das Gebiet um
die Anlagen bis zu einer Distanz von 400 m vollständig, zwischen 400 m und 600 m war die Nutzung gemindert. Insgesamt wurden über 300 ha Nahrungsfläche für die
Gänse entwertet. In einem Winter mit hohen Gänsezahlen fand keine stärkere Annäherung statt als im Vergleichsjahr. Die zusätzlichen Gänsetage konzentrierten
sich auf die ungestörten oder beeinträchtigten Flächen. Die Habituierbarkeit an Störungen wie Windenergieanlagen ist also limitiert. Es besteht aber noch
erheblicher ökoethologischer Forschungsbedarf, insbesondere im Bereich der Habituationsforschung. H.K.,J. B.-J., Universität Osnabrück,AG Gänseforschung, FB Biologie/Chemie, Barbarastr. 11, D-49069 Osnabrück
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Stübing, S. & H. W. Bohle (2001): Untersuchung zum Einfluss von Windenergieanlagen auf Brutvögel im Vogelsberg (Mittelhessen). Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 111-118.
In zwei "Windparks" im Vogelsberg (Mittelhessen) konnten imJahr 2001 im Bereich von 200 m um die Windenergieanlagen (WEA) auf 212,7 ha mit der
Revierkartierungsmethode 619 (Brut-) Paare bzw. Reviere ermittelt werden. Weder der Anteil verpaarter Tiere, der Vergleich der Dichten mit Literaturdaten, die
Erwartungswerte nach der lebensraumspezifischen Arten-Arealkurve, noch die Verteilung der Brutvögel auf beide Untersuchungsflächen bzw. auf zwei
unterschiedlich strukturierte Teilflächen innerhalb des Gebietes Helpershain und die inner- bzw. außerhalb der "Windparks" gefundenen Dichten ergaben Hinweise auf
eine Beeinträchtigung der Brutvögel durch WEA. S. S., Eckardtstr. 33a, D-64289 Darmstadt, stefan.stuebing@gmx.de; H. W. B., Universität Marburg, Fachbereich Biologie, Karl von Frisch Str., 35032 Marburg
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Bach, L. (2001): Fledermäuse und Windenergienutzung - reale Probleme oder Einbildung? Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 119-124.
Die verschiedenen Effekte von Windenergieanlagen auf das Verhalten von Fledermäusen werden dargestellt. Dabei spielen vor allem Kollisionen während der
Zugzeit der Fledermäuse eine Rolle. Über die Auswirkungen von Ultraschallemissionen ist wenig bekannt. Veränderung der Raumnutzung durch Verlagerung und Verlust der Jagdhabitate und Flugstraßen bzw. Flugkorridore
während des Sommers werden ebenfalls an einem ersten Beispiel dargestellt und diskutiert. L. B., Freilandforschung, zool. Gutachten, Hamfhofsweg 125 b, D-28357 Bremen, lotharbach@aol.com
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Bellebaum, J. (2001): Tourismus in Schutzgebieten - können wir uns auf Habituation und "Nationalparkeffekte" verlassen? Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 125-129.
Tagesrhythmus und Reaktionsdistanzen des Gänsesägers (Mergus merganser) wurden in zwei norddeutschen Winterquartieren untersucht: einem Stausee der Ruhr
mit intensiver Freizeitnutzung und dem Nationalpark "Unteres Odertal" (mit Felchowsee). In beiden Gebieten ruht seit Jahren die Wasservogeljagd.
Unterschiede im Tagesrhythmus waren nicht festzustellen. Im Odertal waren die Reaktionsdistanzen bei geringerer Freizeitnutzung fast doppelt so groß wie an der
Ruhr, wo sie über 15 Jahre konstant blieben. Die Reaktionsdistanzen überwinternder Gänse waren abhängig von der Bejagung. Als Erklärung sind sowohl Habituation an
regelmäßig auftretende Reize als auch Selektion auf tolerante Individuen in Gebieten mit starker Freizeitnutzung denkbar. Eine solche Selektion ist nach heutiger
Kenntnis nicht auszuschließen. Daraus ergeben sich Anforderungen an die Schaffung von Ruhezonen auch in Schutzgebieten. J. B., Dorfstr. 13a, 16248 Bölkendorf, Jochen.Bellebaum@t-online.de
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Sossinka, R., M. Wille & H. Lawrenz (2001): Gewöhnen sich Tiere an Besucher? - Zur Ontogenese des Fluchtverhaltens bei Hühnern. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 131-135.
Wildhuhnkücken (Gallus gallus spadiceus) wurden 7 Wochen lang an Passanten gewöhnt (exponierte Gruppe) bzw. ohne Passanten-Erfahrung gehalten (isolierte
Gruppe). Die exponierten zeigten anschließend geringe bis mittlere Reaktionen auf vorbeigehende Menschen, die isolierten starke. Dieser Unterschied ist auch nach
fast einem Jahr mit für beide Gruppen gleichen mäßig häufigen Passanten-Erfahrungen noch vorhanden. Die Fluchtreaktion auf eine (zuvor nicht bekannte)
Greifvogelsilhouette ist aber bei beiden Gruppen stark bis sehr stark. Eine kurzfristige Gewöhnung an die Greifvogelsilhouette durch dreitägiges häufiges
Darbieten führt bei den exponierten zu einer deutlich stärkeren Reaktionsminderung als bei den isolierten. Es traten deutliche individuelle Unterschiede auf. Der
potenzielle Effekt von Störungen durch starke Besucherströme auf eine Trennung von Wildtierpopulationen wird diskutiert. R. S., M. W., H. L., Verhaltensforschung, Universität Bielefeld, Postfach 100 131, D
-33501 Bielefeld
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Drost, A., H. Kruckenberg & M.J.J.E. Loonen (2001): Untersuchungen zur Störungempfindlichkeit arktischer Nonnengänse während der Mauserzeit. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 137-142.
In dieser Untersuchung wurden Fluchtdistanzen untersucht, die arktische Nonnengänse zu sich nähernden Menschen aufwiesen. Durchgeführt wurde die
Studie während des arktischen Sommers auf Spitzbergen. Die Fluchtdistanzen unterscheiden sich stark zwischen den Individuen aber auch beim Einzelindividuum.
Individuen, die häufig Störreizen ausgesetzt waren, flüchteten später. In einer von Menschen wenig gestörten Umgebung reagierten die Gänse empfindlicher auf eine
sich annähernde Person. Auch Individuen, die in belebter Umgebung spät geflohen waren, zeigten sich in einer ungestörten Umgebung empfindlicher. Weiterhin hing die
Störungsempfindlichkeit vom Ernährungszustand der Vögel ab. Jungeführende Gänse flohen später. Auch Jahre mit hohem Prädationsdruck und damit einhergehender Nahrungsknappheit ließen die Gänse weniger empfindlich auf
anthropogene Störreize reagieren. A. D., M. J. J. E. L., Zool. Laboratorium, Rijksuniversiteit Groningen, Postbus 14, NL-9750 AA Haren, m.j.j.e.loonen@biol.rug.nl ;, H. K., Universität Osnabrück, FB5 AG Gänseforschung, Barbarastr. 11, D-49069 Osnabrück
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Barkow, A., F. Bairlein & M. Mühlenberg (2001): First class aus zweiter Hand? - Der Einfluss von Prädation, Störungen und Mahd auf den Bruterfolg von
Singvogelpopulationen in Hecken. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 143-146. In Hecken ist Prädation die Hauptursache für Nestverluste bei offen brütenden
Singvögeln. Im Raum Göttingen betrug die Verlustrate über neun betrachtete Arten 51,4 %, zeigte aber artspezifisch erhebliche Unterschiede. Bei Amsel, Singdrossel
und Klappergrasmücke wurden über 70 % der Nester ausgeraubt. Für diese Arten stellen Hecken ein Sink-Habitat dar. Von Goldammer, Dorngrasmücke und Zilpzalp
wurden weniger als 50 % der Nester ausgeraubt. Anthropogen verursachte Nestverluste durch Störungen und intensive Pflege des Krautsaums zur Brutzeit
vermindern den Bruterfolg heckentypischer Arten wie Dorngrasmücke und Goldammer jedoch erheblich. A. B., M. M., Zentrum für Naturschutz, Universität Göttingen, Von-Siebold-Str. 2,
37075 Göttingen; F. B., Institut für Vogelforschung 'Vogelwarte Helgoland', An der Vogelwarte 21, 26386 Wilhelmshaven
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Büker, A. & K. M. Scheibe (2001): Die Beobachtbarkeit von Rehen (Capreolus capreolus) in touristisch und jagdlich unterschiedlich genutzten Gebieten. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 147-154.
Im Rahmen dreier Forschungsprojekte wurde untersucht, wie sich menschliche Aktivitäten, insbesondere Tourismus und Jagd, auf das Raum-Zeit-Verhalten von
Rehen auswirken. Die Studienareale unterschieden sich durch die Landschaftsstruktur, die Besucherfrequenz und die Jagdstrategien. Der Einfluss des
Besucherverkehrs auf das Raum-Zeit-Verhalten der Rehe hing entscheidend von der Habitatstruktur ab. Eine abwechslungsreiche Mosaikstruktur pufferte den Einfluss
des Besucherverkehrs ab. Rehe in Naherholungsgebieten zeigten außerdem eine hohe Adaptation an den Besucherverkehr, während sie in beruhigten Zonen äußerst empfindlich auf Menschen reagierten.
In jagdlich intensiv genutzten Gebieten passten die Tiere ihr Raum-Zeit-Verhalten den Jagdphasen an, indem sie während der Jagdzeiten heimlicher lebten als
während der Schonzeiten. In ausschließlich jagdlich genutzten Gebieten reagierten sie auf Menschen ganzjährig überdurchschnittlich häufig mit panischer Flucht. Es
fiel auf, dass Rehe v.a. in der Nähe von Gewässern beobachtet werden konnten. Somit muss die Grenze der tragbaren Besucherzahl ermittelt und Habitatstrukturen
den Bedürfnissen des Wildes angepasst werden. Jagdstrategien müssen reformiert, Jagdzeiten synchronisiert und verkürzt werden. Schließlich müssen neue Wege der
Information und Sensibilisierung der Waldbesucher für die Belange des Wildes erarbeitet werden. Jeder Mensch nimmt in irgendeiner Weise Einfluss auf den
Lebensraum der Wildtiere und steht somit auch in der Verantwortung, deren Wohlbefinden zu schützen. A. B., K. M. S. Institut für Zoo- und Wildtierforschung im Forschungsverbund Berlin e
.V., Alfred-Kowalke-Str. 17, D-10315 Berlin, anbueker@aol.com , kscheibe@izw
-berlin.de
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Borbach-Jaene, J. (2001): Gänseparadies aus Menschenhand? - Einfluss der Salzwiesenbeweidung auf die Raumnutzung von Nonnengänsen. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 155-162.
In einer zweijährigen Studie (1999-2000) an der Leybucht (Nordwest-Niedersachsen) wurde der Einfluss der Beweidung von Salzwiesen durch Vieh auf die Kapazität für
überwinternde Nonnengänse (Branta leucopsis) untersucht. Dabei wurden jeden dritten Tag Zählungen durchgeführt und diese mit den Eigenschaften der genutzten
Flächen mit Hilfe eines Geographischen Informationssystems (GIS) verschnitten. Die im Sommer durch Vieh beweideten Salzwiesen wurden zehnmal so intensiv von
Gänsen genutzt wie unbeweidete. Dieser Effekt trat nicht sofort nach der Einstellung der Beweidung auf, sondern erst nach ca. fünf Jahren. Die Präferenz für beweidete
Salzwiesen führte zu einer Konzentration der Vögel auf diesen Flächen. Auch werden diesen Salzwiesen benachbarte Grünlandflächen im Binnenland intensiver
genutzt als vergleichbare. Bei zukünftigen Entscheidungen über das Management von Salzwiesen und beim Schutz herbivorer Wasservögel sollten diese Ergebnisse mit in den Abwägungsprozess einfließen.
J. B.-J., Universität Osnabrück, FB Biologie/Chemie, AG Gänseforschung, Barbarastr. 11, D-49069 Osnabrück, jjaene@aol.com
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Weigt, H. (2001): Keine Rinder - keine Gänse? Beweidungseinstellung in der Leybucht und ihre Folgen. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 163-169.
Der Einfluss der Beweidungsintensität und von Vegetationseigenschaften auf die Habitatnutzung von Ringelgänsen Branta bernicla und Nonnengänsen Branta
leucopsis wurde auf einer 250 ha großen Festlands-Salzwiese in der Leybucht, NW-Niedersachsen, im Frühjahr 1999 untersucht. Die Salzwiese wurde vorher extensiv
mit durchschnittlich 0,8 Rindern/ha beweidet. Beginnend mit dem Jahr 2000 war eine vollständige Aufgabe der Beweidung geplant. Aus den gegenwärtigen Präferenzen
der Vögel in den unterschiedlich beweideten Teilflächen sollte geschlossen werden, welche Folgen das für die rastenden Frühjahrsbestände der Meeresgänse haben würde.
Die Datenanalyse erfolgte mit einem Geographischen Informationssystem (GIS) und Neuronalen Netzwerken. Die Habitatnutzung der Gänse hing vorrangig von der
Beweidungsintensität durch Vieh und von der Grasbedeckung des Bodens ab. Es gab eine geringe Präferenz für die am schwächsten beweidete Fläche. Bedeutsam
war auch die Dichte der jungen Sprosse beliebter Nahrungspflanzen wie Meerstrandaster Aster tripolium, Meerstrandwegerich Plantago maritima und
Stranddreizack Triglochin maritimus sowie der Agrostis stolonifera - Vegetationstyp. Die Beweidungseinstellung wird eine geringere Kapazität des Gebiets für weidende Meeresgänse zur Folge haben.
Die Gänse haben die folgenden Möglichkeiten, auf die Beweidungseinstellung und die daraus folgenden Vegetationsänderungen zu reagieren: (a) Weitere Nutzung des
Gebietes, vielleicht durch eine geringere Gänsezahl; (b) Ausweichen auf andere ihnen bekannte Salzwiesen in der Nähe; (c) Umstellung auf andere Nahrung; (d)
Verringerung der Population. Welche dieser Folgen eintreten werden, ist nicht vorherzusagen. H.W., Damtoften 26 1th, DK-6950 Ringkøbing , h_weigt@hotmail.com
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Heuermann, N. (2001): Nahrungswahl bei Gänsen: ein Kompromiss zwischen Qualität und Quantität. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 171-174.
In Cafeteria-Experimenten wurden die Nahrungspräferenzen von Ringelgänsen Branta bernicla in menschlicher Obhut bestimmt. Die getestete Vegetation von
verschiedenen Herkunftsorten unterschied sich im Hinblick auf Biomasse und Proteingehalt. Während die Aufnahmerate bei mittlerer Biomasse am höchsten war,
bevorzugten die Gänse kurzes, junges Gras, welches den höchsten Proteingehalt besaß. Durch Düngung stieg der Proteingehalt auch in älterem, längerem Gras an,
was bewirkte, dass die Gänse dieses längere Gras mit höherer Aufnahmerate vorzogen. N. H., Tropical Nature Conservation and Vertebrate Ecology Group, Environmental
Sciences, Wageningen University, Bornsesteeg 69, NL 6708 PD Wageningen, Netherlands, nicol.heuermann@staf.ton.wanu.nl
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Kotrschal, K. (2001): The potentials of personality for reintroductions. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 175-180.
There is increasing evidence that individuals in vertebrate populations vary in a non-random way in their disposition to respond to environmental stimuli along an axis
between "proactive" and "reactive" (Koolhaas et al. 1999). Personalities develop between genes and stimuli; of particular importance are early maternal hormones
and post-hatch/birth social environment. "Proactive" individuals are more aggressive and quicker to respond to novel stimuli than "reactives". "Proactives" actively cope
with challenges, they are prone to form routines and are quick, but superficial explorers. In reverse, the more dedicated "reactives" are more likely than the
"proactives" to innovate. Within populations, individual coping styles are usually continuous and normally distributed. Testing (behaviour and stress hormone
reactivity) can reveal individual coping style (personality) early after hatching/birth. Hence, founder populations can be assembled in a way to maximize individual
survival and individuals can be specifically trained before release (e.g. proactives to be wary of certain novel stimuli). Thereby, the recent progress in ethological
personality research may take some guesswork out of creative conservation management. K. K., Konrad Lorenz Forschungsstelle für Ethologie, A-4645 Grünau 11, klf.gruenau@telecom.at
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Graf, K. & S. Klaus (2001): A translocation experiment using capercaillie Tetrao urogallus from central Russia. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 181-186.
As a compensation for damaging parts of the Thuringian capercaillie habitat (reserves in the Network 2000 system, Special protected areas - SPA) by two newly
built barrages, an electric power company had to pay for both habitat improvement surrounding the dam and for a translocation experiment to augment the small
remnant of the local capercaillie population. Capercaillie were caught in autumn near to Jaroslawl, 300 km N of Moscow, central Russia, using Romanov's fall-down traps
attracted with gravel. Birds were kept in aviaries and transported by plane, later by car, in groups of 19 birds to the releasing area (transportation time less than 24 h).
Upon arrival birds were measured, weighed, ringed and equipped with transmitters (6 males in 1999, 3 males, 1 female in 2000). Droppings were investigated for parasites
. Feather samples were collected for genetic analysis. Birds were released after two weeks of quarantine in pens located within adequate habitats.
By the end of December 1999 17 birds were released and an additional 50 were released between November and December 2000. The sex ratio was biased in favour
of males (2:1). The distribution of age classes of males (as estimated by beak depth) resembled natural conditions. By the end of August 2001, one of 8 birds equipped
with transmitters was still alive (more than 600 days), two others lost their transmitters and could have been alive (indirect evidence). Male No. 7 moved around
in a wide range (7000 ha). In July 2000 he established a stable home range 8-10 km from the releasing site. In the 2001 mating season he left his area several times,
returned to the releasing area and later since May 2001, he established a summer home range 9 km S of the former home range but close to the releasing site. The
mean survival time of 8 radio tracked birds was >158 days (7 times longer than pen-reared birds released in Thuringia). Reproduction was observed in four independent cases. Despite the different habitat
types (wet pine forests in the lowlands of Russia versus more dry mountain pine-spruce forests in Thuringia), the birds adapted well to a different topography and a
different ground vegetation as a nutrient source. Dispersal distances averaged 2.8 km². Corresponding author's address: S. K., Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, Prüssingstr. 25, D-07745 Jena, S.Klaus@tlugjena.thueringen.de
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Seebass, C. (2001): Erhaltungszucht und Öffentlichkeitsarbeit: Der Verein zur Erhaltung des Europäischen Nerzes - EuroNerz e. V.. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 187-190.
Der Europäische Nerz (Mustela lutreola), eine uferlebende und früher weit verbreitete Marderart, steht heute in allen Restpopulationen akut vor dem Aussterben. Ein
Europäisches Erhaltungszucht-Programm (EEP) soll die Art für zukünftige Wiederansiedlungen bewahren. EuroNerz e.V. ist diesem EEP angeschlossen. Die
Verpaarung in menschlicher Obhut wird durch ein sehr aggressives und individuell geprägtes Verhalten der Tiere erschwert und erfolgt daher zentral in einer Station.
Die tragenden Fähen werden leihweise in Tierparks eingestellt, wo die Jungtieraufzucht erfolgt. Diese Institutionen wirken über ihr Publikum als starke Multiplikatoren für die Öffentlichkeitsarbeit.
C. S., EuroNerz e.V., Borgloher Str. 13, D-49176 Hilter a.T.W., Christian.Seebass@euronerz.com
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Beichle, U.R. & S. Baumann (2001): Ethological studies as a basic need in conservation of Samoan endemic landbirds. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 191-195.
Birds are the key group of wildlife conservation in Samoa. 23 of 39 species of landbirds of Samoa are endemics, 6 species belong to the most threatened bird
species of the world. In Samoa we can study the process of adaption of an indigenous avifauna to the growing influence of western civilization. Originally all
endemics are species of tropical forest and still there are some almost untouched areas of rainforest. Six endemics are restricted to these forests while others also
occur in cultivated areas like traditional plantations, coconut plantations, villages and towns. Most important threats to bird- and other wildlife are habitat loss, hunting,
introduced animal and plant species as well as population fragmentation. Governmental organisations already face these problems but there is a need on
specific research in special aspects like population monitoring estimations, range estimations, feeding ecology, annual movements, interspecific relationships between
birds, coevolution of bird and plant species and the way of coexistence of a growing Samoan human population and wildlife. The paper gives examples and results of
preliminary projects and suggestions for further conservation research to be done. U. R. B., S. B., Zur Försterei 61, D-26203 Wardenburg, ulf.beichle@web.de
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Marxmeier, U., F. Körner & H. Düttmann (2001): Veränderungen in der Nistplatzwahl des Haubentauchers (Podiceps cristatus) am Dümmer. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 197-203.
In den 1990er Jahren hat sich das Brutverhalten des Haubentauchers am Dümmer deutlich verändert. Parallel zu einer Bestandsabnahme vollzog sich ein Wechsel in
den Niststandorten. Bedingt durch ein anhaltendes Absterben durchfluteter Schilfröhrichte brüten Haubentaucher aktuell kaum noch dort, sondern in der
Schwimmblattzone. Auch die Zahl der Seebinsen- und Kalmusinselbrüter ist in jüngster Zeit stark zurück gegangen. Verantwortlich ist auch hier das Absterben der
entsprechenden Vegetationsstrukturen. Wenn der Brutbestand des Haubentauchers am Dümmer dennoch in den letzten fünf Jahren insgesamt angestiegen ist, so
beruht das auf Bruten in der Schwimmblattzone. Sie liefert, obwohl in der Fläche abnehmend, noch freie Kapazitäten für eine weitere Besiedlung. Da Röhrichtbrüter
früher mit der Brut beginnen als Schwimmblatt- und Kalmusinselbrüter, hatte die örtliche Verlagerung des Brutgeschehens eine zeitliche Verschiebung im Brutbeginn
zur Folge. Lagen die meisten Gelegefunde in den 1970er und 1980er Jahren zwischen der 13. und 15. Dekade, so brüten die meisten Vögel heute zwischen der
17. und 20. Dekade. Beginn und Ende der Brutperiode werden aktuell im Wesentlichen von der Besiedelbarkeit der Pflanzen in der Schwimmblattzone
vorgegeben. Einer zeitlichen Verschiebung des Brutgeschäfts sind somit Grenzen gesetzt. U. M. & F. K., Am Ochsenmoor 52, 49448 Hüde; H. D., Institut für Naturschutz und
Umweltbildung, Hochschule Vechta, Driverstrasse 22, 49377 Vechta.
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Schaefer, T. (2001): Nest predation and renesting in the blackcap Sylvia atricapilla. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 205-208.
Predation is the main cause of nest losses in songbirds. It is argued that this might lead to population declines. An analysis of 2300 nest records of the blackcap
demonstrates that four nesting attempts are needed to offset nest losses. As nests average to get lost 10 days after the onset of egglaying and renesting lasts only 6
days, blackcaps can conduct 4,5 breedings attempts per season. Thus, they can compensate easily for predation. It is discussed that
ground breeding songbird species are less exposed to predation, and that they may be more vulnerable to nest losses due to human disturbances.
T. S., Max Planck Research Centre for Ornithology, Andechs and Radolfzell, Vogelwarte Radolfzell, Schlossallee 2, D-78315 Radolfzell, schaefer@vowa.ornithol
.mpg.de
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Wuntke, B. & R. Schneider (2001): Raumansprüche von Schleiereulen und Landwirtschaft: Ein lösbarer Konflikt? Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 209-212.
Von 1994 - 1997 wurden in der Uckermark Untersuchungen an brütenden Schleiereulen (Tyto alba) durchgeführt. Es wurden Eulen telemetriert, an
Tageseinständen und Brutplätzen Gewölle aufgesammelt und diverse Brutparameter erfasst. Die Jagdgebiete der adulten Schleiereulen lagen 1995 mit einer mittleren
Entfernung von 325 m signifikant näher zum Brutplatz als 1996 mit 716 m. Ursache war das schlechtere Nahrungsangebot 1996. Jagdgebiete auf Acker- und Grünland
wurden vor Garten- und Ruderalflächen im Siedlungsrandbereich bevorzugt. Die ermittelten Tageseinstände der Brutvögel verteilten sich hauptsächlich auf Scheunen
, Stallanlagen und Kirchen. Die Jungeulen nutzten demgegenüber nach dem Ausfliegen vor allem Alleebäume und Kirchen als Tageseinstand.
B. W., R. S. Institut für Biologie, Humboldt-Universität, Invalidenstr. 43, 10115 Berlin
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George, K. (2001): Die BSE-Krise - Chance oder Risiko für die Vogelwelt der Agrarlandschaft? Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 213-221.
Der Erstnachweis der Bovinen Spongiformen Enzephalopathie (BSE) bei einem in Deutschland geborenen Rind im November 2000 war Auslöser der jüngsten BSE
-Krise, in deren Folge der Markt für Rindfleisch zusammenbrach. Aus dieser Zwangslage heraus hatte die Bundesregierung eine Agrarwende angekündigt und die
EU-Kommission einen Sieben-Punkte-Plan zur Bewältigung der Krise beschlossen. Nach genauerer Betrachtung verfolgt dieser einzig das Ziel, die Rindfleischproduktion
durch Senkung des Tierbestandes zu drosseln. Er markiert noch lange nicht das Ende der Landwirtschaft "alten Typs", denn eine Extensivierung der Rindfleisch- und
Milchproduktion ist nicht vorgesehen. Es wird im Gegenteil die extensive Mutterkuhhaltung erschwert. Eine Betrachtung der aktuellen Situation der Vogelwelt
in der Agrarlandschaft und der Ursachen der überwiegend schlechten Bestandssituation der meisten dazu gehörenden Vogelarten verdeutlicht, dass aus
einer Bewältigung der BSE-Krise im ökonomischen Sinne keine Chancen für die Vogelwelt der Agrarlandschaft erwachsen. Vielmehr muss prognostiziert werden,
dass mit dem kurz- und mittelfristigen Krisenmanagement die Risiken eines weiteren Verlusts an Vielfalt angebauter Fruchtarten und angewandter Nutzungsformen bis hin zur standortabhängig gebietsweisen Aufgabe der
landwirtschaftlichen Produktion verbunden sind. Die beispielhaften Prognosen für die Vogelarten Rotmilan Milvus milvus, Elster Pica pica, Wachtel Coturnix coturnix und
Weißstorch Ciconia ciconia machen darüber hinaus die Komplexität des Themas deutlich. K. G., Pappelweg 183 e, 06493 Badeborn, Klaus.George@t-online.de
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Schubert, M. & H. Stein (2001): Einfluss abiotischer Umweltfaktoren auf das Verhalten rheophiler Fischarten. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 33: 223-227.
Eine potenzielle Ursache für den Populationsrückgang rheophiler Fischarten in den voralpinen Flüssen Bayerns ist in den ungünstigen abiotischen Umweltparametern
an den Brutstandorten zu sehen. Aus diesem Grund wird die Auswirkung von UVB-Strahlung, Wassertemperatur und hohen pH - und Gesamtgaswerten (TGP) auf die
Entwicklung und das Verhalten der Brut einheimischer, rheophiler Fischarten untersucht. Unter anderem konnte für verschiedene Fischarten eine Beeinflussung
des Präferenz- und/oder des Schwimmverhaltens durch hohe pH-Werte sowie eine ausgeprägte Thermophilie nachgewiesen werden. M. S., H. S., TU München, Wissenschaftszentrum Weihenstephan, Department für
Tierwissenschaften - Arbeitsgruppe Fischbiologie, Mühlenweg 22, 85350 Freising - Weihenstephan
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