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Vogelkundliche Berichte aus Niedersachsen

Vogelkdl. Ber. Niedersachs.
Jahrgang 35 -  Heft 1 - 2003

 

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Zang, H. (2003): Veränderungen in der niedersächsischen Vogelwelt im 20. Jahrhundert. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 35: 1-18.
In Niedersachsen sind von 1901–2000 17 Brutvogelarten verschwunden, 28 haben sich neu oder wieder angesiedelt, insgesamt gab es 2000 197 regelmäßig brütende Arten. Als Beispiele für die Dynamik und die unterschiedlichen Entwicklungen in den verschiedenen Lebensräumen werden 74 Vogelarten mehr oder weniger kurz vorgestellt. Dabei überwiegen negative Bilanzen bei Niedermooren und Feuchtgrünland, Hochmooren, Bächen und Flüssen, Heiden und Ackergebieten, positive bei Stillgewässern, Küste, Wäldern und Siedlungen. Von den negativen Entwicklungen sind vor allem Limikolen, Hühnervögel und Langstreckenzieher betroffen, von den positiven Enten, Möwen und Standvögel (einschließlich der Kurzstreckenzieher).
H. Z., Oberer Triftweg 31A, 38640 Goslar,
Herwig.Zang@t-online.de

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Kruckenberg, H. & J. Borbach-Jaene (2003): Die küstennahe Krummhörn (Ostfriesland) als neu bewertetes Rastgebiet für nordische und arktische Gänse. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 35: 19-37.
Das Binnenland der Krummhörn (NW-Niedersachsen) ist als Rastgebiet für nordische Gänse bislang verhältnismäßig unbekannt. Nonnengans, Blessgans und Graugans treten allerdings regelmäßig in großer Zahl und mit internationaler Bedeutung auf. Zudem konnte für die Kurzschnabelgänse in einem Jahr internationale, in einem zweiten Jahr nationale Bedeutung festgestellt werden. Die Schwerpunkte des Rastgeschehens finden sich dabei im Gebiet rund um die Leybucht sowie um das Knockster Tief. Die besondere Bedeutung des Untersuchungsgebietes besteht für die untersuchten Arten vor allem auf dem Heimzug in die Brutgebiete.
Während die Blessgänse überwiegend Grünland als Nahrungsflächen aufsuchten, fand sich bei Nonnen- und Graugänsen ein hoher Anteil auf Wintergetreide, der vor allem durch die räumliche Lage der Schläge bedingt scheint.
H. K., Up`n Ackern 1, D-27283 Verden/Aller,
kruckenbrg@aol.com ;
J. B.-J., Bergstr. 103, 44339 Dortmund,
jjaene@aol.com

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Brandt, T. (2003): Verbreitung, Bestand und Habitatwahl des Uhus (Bubo bubo) in Niedersachsen: Ergebnisse einer landesweiten Erfassung 2002. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 35: 39-54.
Im Jahr 2002 wurde in Niedersachsen eine landesweite Erfassung des Uhus durchgeführt, mit dem Ziel, möglichst alle Vorkommen zu erfassen und Aussagen über die Habitatpräferenzen und Schutzmöglichkeiten zu machen. Ingesamt wurden 59 sichere Reviere kartiert (40 Brutnachweise BN, 19 Brutverdachtsmeldungen BV). Hinzu sind 16 Vorkommen als Brutzeitfeststellungen (BZF) zu werten. Einschließlich der BZF und weiteren, unentdeckten Reviere ist heute in Niedersachsen mit einem Gesamtbestand zwischen 75 und 85 Brutpaaren zu rechnen.
Der Uhu besiedelt sechs von neun naturräumlichen Regionen Niedersachsens. Der Vorkommensschwerpunkt liegt im südniedersächsischen Bergland, vor allem in der Region Weser- Leinebergland mit 39 Brutnachweisen bzw. Brutverdachtsmeldungen (66 %). Insgesamt sieben von 18 besiedelten Landkreisen weisen fünf oder mehr Reviere auf (Holzminden, Hameln-Pyrmont, Hannover, Goslar, Osnabrück, Osterode, Schaumburg).
Die meisten der gefundenen Brutplätze (75 %) befanden sich in Steinbrüchen, die rund zur Hälfte in Betrieb waren bzw. als Deponie genutzt wurden. Weitere Brutplätze lagen in Kies- oder Sandabgrabungen (12 %), auf Bäumen, in Naturfelsen oder am Boden. Gebäudebruten sind aus den Vorjahren bekannt geworden, nicht aber im Erfassungsjahr 2002.
Nach den vorliegenden Ergebnissen spielt die Exposition der Brutwände eine offensichtlich untergeordnete Rolle. Zu Präferenzen hinsichtlich der Höhe und Breite der Brutwände sind nur bedingt Aussagen möglich, weil Detailangaben zu unbesiedelten Wänden fehlen. Zur Brut genutzt wurden Wände ab einer Höhe von 10 m und einer Breite von 20 m.
Soweit sich die Bestandsentwicklung des Uhus in Niedersachsen nachträglich skizzieren lässt, stieg die Zahl der Brutpaare vor allem gegen Ende der achtziger und zu Beginn der neunziger Jahre. In den letzen Jahren dagegen war nur ein leichter Aufwärtstrend ohne eine nennenswerte Arealausweitung zu verzeichnen. Rund 20 Reviere wurden seit 1980 nur zeitweise oder einmalig besiedelt und sind heute aufgegeben.
Die Ergebnisse dieser ersten landesweiten Uhu-Kartierung und die Darstellungen älterer Veröffentlichungen werden diskutiert. Schutzvorschläge aus der Literatur werden zusammengetragen und dargestellt. Als wichtigste Maßnahme stellt sich die Erhaltung von offenen Steinbrüchen nach deren Nutzung dar (Nachfolgenutzung Naturschutz). Steinbrüche sollten weder verfüllt noch einer störungsintensiven Freizeitnutzung preisgegeben werden.
T. B., Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer e.V., Hagenburger Str. 16, 31547 Rehburg-Loccum,
brandt@oessm.org

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last updated: 18.01.2004