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Vogelkdl. Ber. Niedersachs. Jahrgang 35 - Heft 2 - 2003
Themenheft: Salzwiesenentwicklung und Küstenvogelschutz
Clemens, T. & M. Heckroth (2003): Mellum, Minsener Oog und Wangerooge: Kleinode im Niedersächsischen Wattenmeer in der Obhut einer Naturschutz- und Forschungsgemeinschaft.
Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 35: 77-82. Der Mellumrat ist eine Naturschutz- und Forschungsgemeinschaft, die ehrenamtlich Schutzgebiete im Land Oldenburg betreut. Im Bereich des Nationalparks „Niedersächsisches
Wattenmeer“ sind dies die Inseln Mellum (seit 1925), Minsener Oog (seit 1949) und Wangerooge (seit 1935). Die Betreuung umfasst auch die Aufgaben einer Nationalparkwacht. Mellum hat sich von 7 ha Größe im
Jahre 1903 auf heute mehr als 750 ha entwickelt, ein Idealfall natürlicher Dynamik. Aus einer „Insel der Seeschwalben“ entwickelte sich eine „Insel der Möwen“ mit rd. 10.500 Silbermöwen- und 3.500
Heringsmöwenpaaren. Minsener Oog ist durch Sandaufspülung aus dem Jadefahrwasser entstanden und ein „Paradies aus Menschenhand“. Auf der Insel brüten ca. 1.500 Fluß- und Küstenseeschwalbenpaare und es
mausern hier bis zu 10.000 Große Brachvögel ihr Großgefieder. Wangerooge ist Brutgebiet zahlreicher See- und Küstenvögel, u. a. bis zu 9.000 Lachmöwenpaare sowie eines der bedeutendsten Rückzugsgebiete für
Wiesenvögel in Niedersachsen mit derzeit über 70 Uferschnepfenpaare und mehr als 100 BP Kiebitzpaare. Die drei Inseln sind Rastgebiete für Wasser- und Watvögel mit internationaler Bedeutung. In sämtlichen
Gebieten unterhält der Mellumrat Stationen zur Unterbringung von Naturschutzwarten und Gastforschern. T. C. & M. H., Zum Jadebusen 179, 26316 Varel-Dangast, info@mellumrat.de.
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Hartmann, E. & N. Stier (2003): Raubsäuger in Küstenvogelschutzgebieten Mecklenburg-Vorpommerns - eine Gefahr für Bodenbrüter? Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 35: 83-89.
Entlang der Küste Mecklenburg-Vorpommerns sind viele Vogelarten in geschützten Gebieten durch den Fuchs und andere tierische Räuber gefährdet. Die deutliche
Verringerung des Bruterfolges bis hin zur völligen Verwaisung eines Brutgebietes sind keine Einzelfälle, sondern zu einem generellen Problem für den Artenschutz an
der Ostseeküste geworden. Demgegenüber sind die Populationen einer Reihe von opportunistisch lebenden Raubsäugern, insbesondere des Fuchses, deutlich
angestiegen. Mit diesem Anstieg geht ein erhöhter Prädatorendruck einher, weil Beutegreifer aufgrund räumlich so dicht gedrängter Brutvogelvorkommen angezogen werden.
Vor diesem Hintergrund wurde auf Grundlage von Jahresberichten, Tagebuchaufzeichnungen, mündlichen Mitteilungen der Verantwortlichen und Gebietsbegehungen die Besiedlung von sieben ausgewählten Küstenvogelinseln
Mecklenburg-Vorpommerns durch Raubsäuger und deren Einfluß auf bodenbrütende Vögel untersucht. Bereits eingesetzte Abwehrmaßnahmen gegen diese Prädatoren
wurden zusammengetragen, um sie für andere Gebiete nutzbar zu machen und Empfehlungen zu deren weiteren Management zu erarbeiten. E. H., An der Fasanerie 3, D-15834 Rangsdorf, hartmann_elke@yahoo.de; N. S., TU
Dresden, Forstzoologie, Pienner Str. 7, D-01737 Tharandt, normanstier@t-online.de
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Lutz, K., P. Südbeck, B. Hälterlein & M. Stock (2003): Die Europäischen Naturschutzrichtlinien: Verpflichtung zur Pflege oder zur freien Sukzession
der Salzwiesen an der Nordseeküste? Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 35: 91-102. Der Beitrag befasst sich mit der Frage, ob die Europäischen Naturschutzrichtlinien
(EG-Vogelschutzrichtlinie, FFH-Richtlinie) verbindliche Vorgaben zur Pflege und Entwicklung einzelner Teilflächen der europäischen Schutzgebiete geben und wie
diese aus den Richtlinien abgeleitet werden können. Am Beispiel der Frage der Nutzung von Salzwiesen am Wattenmeer wird ferner gezeigt, wie in einem konkreten Einzelfall Entscheidungen gefunden werden können.
Die Ausweisung der Nationalparke an der deutschen Wattenmeerküste erfolgte sowohl unter der Vogelschutzrichtlinie als auch der FFH-Richtlinie. Hiermit sind
konkrete Schutzziele benannt, die sich - hier exemplarisch vereinfacht und verkürzt - z. B. auf den Lebensraumtyp „Atlantische Salzwiese" sowie das Vorkommen der Nonnengans auf den Salzwiesen konzentrieren.
Die Ausweisung und Meldung der Gebiete erfolgt immer auf Grund definierter Schutzziele (Lebensraumtypen, Arten). Die Definition von Schutzmaßnahmen ergibt
sich aus den Erhaltungszielen, die in den Schutzgebietsverordnungen (hier oft Nationalparkgesetzen) formuliert wurden. Ziel ist die Bewahrung oder ggf. Erreichung
eines günstigen Erhaltungszustandes der Arten oder Lebensraumtypen. Dabei müssen möglicherweise konkurrierende Einzelziele abgewogen und in einem gebietsspezifischen Managementplan entschieden werden.
Managemententscheidungen müssen dabei auf konkreten Fachdaten beruhen und den Erhaltungszustand der Schutzziele auf der Teilfläche, im Gesamtgebiet und
darüber hinaus berücksichtigen. Die Vorgaben aus den Richtlinien können dann flexibel und spezifisch umgesetzt werden. Wesentlich ist, dass aktiv
Entscheidungen auf Grundlage von Fachdaten getroffen werden und die zukünftige Ausgestaltung der Natura-2000-Gebiete nicht einer Beliebigkeit anheim gestellt wird.
K. L., Biodiversity & Wildlife Consulting, Bebelallee 55d, D-22297 Hamburg, karsten.lutz@t-online.de; P. S., Niedersächsisches Landesamt für Ökologie - Staatliche
Vogelschutzwarte, Göttinger Str. 14, D-30449 Hannover, peter.suedbeck@nloe.niedersachsen.de; B. H. & M. S., Landesamt für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, Schloßgarten 1,
D-25832 Tönning, haelterlein@nationalparkamt.de, stock@nationalparkamt.de
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Marencic, H. (2003): Trilaterales Wattenmeermonitoring und Salzwiesenmanagement. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 35: 103-108.
Koordinierte Rast- und Brutvogelzählungen im dänisch-deutsch-niederländischen Wattenmeer sind ein unverzichtbares Instrument um die Umsetzung der im
trilateralen Wattenmeerplan vereinbarten Ziele zu überprüfen. Dies gilt auch im Hinblick auf Managemententscheidungen auf regionaler Ebene.
Um die Populationsentwicklungen von Brut- und Rastvögeln umfassend beurteilen zu können, müssen künftig weitere Parameter in die Bewertung mit einbezogen werden.
Dazu gehören die menschlichen Nutzungen, wie Fischerei, Landnutzung binnendeichs und der Tourismus, aber auch Informationen über die Biotopverteilung.
Im Hinblick auf die Salzwiesen ist es gelungen, eine auf GIS basierende harmonisierte Salzwiesenvegetationskarte zu erstellen. Dadurch wird eine Analyse
des Salzwiesenmanagements in Bezug auf die Brut- und Rastvogelpopulationen, die bisher nur regional möglich ist, in Zukunft auch für das gesamte Wattenmeer durchgeführt werden können.
Kenntnisse über den Bruterfolg und die Mortalität ausgewählter Arten sind essentiell um die beobachteten Trends zu verstehen. Darum muss das TMAP auch in Zukunft
weiter optimiert werden, um den Erfordernissen der trilateralen Politik- und Managemententscheidungen genügen zu können. Eine begleitende Forschung ist
ebenfalls erforderlich, um die Ergebnisse des Monitorings besser interpretieren zu können und für zukünftige Fragestellungen gerüstet zu sein.
H. M., Common Wadden Sea Secretariat, Virchowstr. 1, D 26382 Wilhelmshaven, marencic@waddensea-secretariat.org
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Remmers, I. (2003): Salzwiesen im Nationalpark "Niedersächsisches Wattenmeer": Ziele und Wege für einen nachhaltigen Arten- und Lebensraumschutz.
Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 35: 109-114. Die Nutzungsreduzierung der Salzwiesen wirkt sich überwiegend positiv auf die Arten und Lebensgemeinschaften der Salzwiesen im Nationalpark aus. Für die
Küstensalzwiesen muß sie aber immer einhergehen mit Maßnahmen zur Vernässung der Flächen. Der derzeitige Stand des Salzwiesenmanagements im Nationalpark zeigt ein Mosaik
an ungenutzten und genutzten Salzwiesen, Sommerpolder- und Polderflächen mit dem eindeutigen Schwerpunkt auf der Nutzungsfreiheit. Damit wird sowohl den
Zielen des Nationalparks als auch den Anforderungen an das FFH-Gebiet bzw. EG-Vogelschutzgebiet genüge getan. Eine Wiederinnutzungnahme derzeit ungenutzter Salzwiesen steht auch vor dem
Hintergrund der Ergebnisse des 4. Deutschen See- und Küstenvogelkolloquiums aus Sicht der Nationalparkverwaltung nicht zur Diskussion.
I. R., Nationalparkverwaltung „Niedersächsisches Wattenmeer", Virchowstr. 1, D-26382 Wilhelmshaven, irmgard.remmers@br-we.niedersachsen.de
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Stock, M. (2003): Salzwiesenschutz im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 35: 115-124.
Dieser Beitrag liefert einen kurzen Überblick über den gesetzlichen Schutzstatus der Salzwiesen in Schleswig-Holstein sowie über die Schutzziele und deren Umsetzung
im Rahmen von Nationalparkgesetz, NATURA 2000 und der trilateral Wattenmeerpolitik. Die praktizierte Umsetzung des Salzwiesenschutzes wird vor dem Hintergrund der Küstenschutzanforderungen im Rahmen des
Vorlandmanagementkonzeptes beleuchtet. Da sich 20 % der Salzwiesen in Schleswig-Holstein außerhalb des Nationalparks auf den Halligen befinden, wird auch ein kurzer Abriss über den Salzwiesenschutz im Rahmen des
Halligprogramms gegeben. M. S., Nationalparkamt Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, Schlossgarten 1, D-25832 Toenning, Stock@Nationalparkamt.de
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Blew, J., L. Soldaat & P. Südbeck (2003): Monitoring von Rastvögeln im internationalen Wattenmeer – gestiegene Anforderungen an Datenaustausch
und -analyse: wie kommen wir zu verlässlichen Trendangaben? Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 35: 125-136. Systematische Erfassungen der Wasser- und Watvögel haben im Wattenmeer eine
lange Tradition. Bereits seit 1980 erfolgten wattenmeerweite Synchronzählungen und 1993 wurde die „Joint Monitoring Group for Migratory Birds in the Wadden Sea“
(JMMB) ins Leben gerufen, welche in erster Linie die Bestandsentwicklung typischer Wattenmeer-Gastvögel überwachen und Grundlagen für die
Bestandsgrößenabschätzung der einzelnen Populationen liefern soll. Die Datenlage bezüglich der Rastvögel hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten erheblich
verbessert, was erhöhte Anforderungen an die Auswertung stellt und fortgeschrittene und international vergleichbare Methoden erfordert. Letztendlich müssen die
Ergebnisse belastbar sein, um hieraus Handlungsempfehlungen gut begründen zu können. Es werden die Entwicklungen der Monitoring-Programme und der
Trendberechnungen im internationalen Wattenmeer und den einzelnen Ländern beschrieben. Hierzu zählen vor allem der verbesserte Datenaustausch, die
Fortentwicklung von statistischen Verfahren zum Umgang mit fehlenden Werten bei nicht vollständigen Zählreihen sowie die angepassten Trend-Berechnungen.
Die Funktionsweise des Programms TRIM (Trends and Indices for Monitoring Data), welches sich zum vorläufigen Standard regionaler und internationaler
Datenauswertungen entwickelt hat, wird erläutert und dessen Möglichkeiten für unterschiedliche Datenlagen beschrieben. Die Auswertung der Rastvogelzählungen im Wattenmeer 1992-2000 beginnt mit
einer Analyse der Phänologien. Hieraus werden für die einzelnen Arten die Durchzugsmonate im Wattenmeer abgeleitet und es wird festgelegt, für welche
Monate oder Zeiträume Trendberechnungen sinnvoll sind. Diagramme von Gesamtzahlen einschließlich aufgefüllter Werte sowie Trendlinien von Indexwerten werden beispielhaft gezeigt.
Auf der einen Seite haben zahlreiche Verbesserungen dazu geführt, dass heutzutage Trends mit statistisch korrekten Methoden beschrieben und regional bis
international verglichen werden können. Auf der anderen Seite ist trotz kontinuierlicher Bemühungen immer noch eine Weiterentwicklung der Auswertungsmethoden wünschenswert. Diese könnte in einer methodisch
verfeinerten Anwendung des Programms TRIM liegen, in einer Kombination der Programme UINDEX und TRIM oder sogar in einem zu entwickelnden Programm,
welches speziell eine Trendberechnung mit Springtiden-Zählungen leistet. J. B., Theenrade 2, D-24326 Dersau, jan.blew@t-online.de; L. S., Statistics
Netherlands, PO Box 4000, NL-2270 JM Voorburg, lslt@cbs.nl; P. S., Staatliche Vogelschutzwarte, Niedersächsisches Landesamt für Ökologie, Göttinger Str. 14, D
-30449 Hannover, peter.suedbeck@ nloe.niedersachsen.de
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Diederichs, A. & G. Nehls (2003): Flugzeugzählungen als Methode zur großflächigen Erfassung von Seevögeln. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 35: 137-142.
Das zunehmende Interesse an der wirtschaftlichen Nutzung des marinen Lebensraumes erfordert standardisierte Methoden zur Erfassung der dort
vorkommenden Vögel. Häufigkeit und Verteilung der Seevögel müssen sowohl für kleinräumige Flächen konkreter Planungen als auch für großräumige
Gebietsabgrenzungen zur Ausweisung von Schutzgebieten ermittelt werden. Die Methoden zur Erfassung der Verteilungsmuster von Seevögeln auf dem Meer
müssen aufgrund fehlender Habitatstrukturen einen Kompromiss zwischen großräumiger und detailgenauer Darstellung finden. Dazu werden derzeit die beiden
„Beobachtungsplattformen“ Schiff und Flugzeug eingesetzt. Schiffzählungen bieten vor allem den Vorteil, dass zeitgleich zusätzliche ökologische Parameter wie
ozeanografische Daten oder Vogelverhaltensweisen erfasst werden können. Durch den Einsatz des Global Positioning System (GPS) sind Flugzeugzählungen in den
letzten Jahren zu einem unverzichtbaren Instrumentarium zur Erfassung von Seevögeln geworden, da sie es erlauben, bereits mit einem Zählflug ein sehr großes
Meeresgebiet zu kartieren. Dadurch können kleinräumige Verteilungsmuster von Vögeln und marinen Säugern auf sehr großen Meeresflächen zu einem bestimmten Zeitpunkt dokumentiert werden.
Die Nachteile der Flugzeugzählungen sind, dass die Erfassungsbedingungen nur an wenigen Tagen mit gutem Wetter gegeben sind und dass einander sehr ähnliche
Arten nicht unterschieden werden können. Nur eine sinnvolle Kombination von Schiff- und Flugzeugzählungen kann Daten als Grundlage für die Bewertungen des Meeres als Lebensraum für Seevögel liefern.
A. D. & G. N., BioConsult SH, Alte Landstr. 2, 25875 Hockensbüll, a.diederichs@bioconsult-sh.de
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Exo, K.-M. & S. Thyen (2003): Ökologische Entwicklung einer wiederverlandenden Außendeichskleipütte im westlichen Jadebusen.
Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 35: 143-150. Aus den in „Zone I“ des Nationalparks „Niedersächsisches Wattenmeer“ gelegenen Vorlandsalzwiesen des westlichen Jadebusens wurden 1998/99 zur Deicherhöhung
150.000 m³ Klei entnommen. Die durch die Kleientnahme entstandene ca. 10 ha große und 1,5 m tiefe Pütte soll natürlich verlanden. Der Eingriff erfolgte in einem
aus ornithologischer Sicht äußerst sensiblen und bedeutenden Lebensraum. Der westliche Jadebusen ist für zahlreiche Brut- (z. B. Rotschenkel) und Gastvogelarten
(z. B. Säbelschnäbler, Großer Brachvogel) von internationaler Bedeutung. Die Genehmigung zur Kleientnahme wurde unter der Auflage erteilt, dass (a) die
aktuellen Einflüsse der Kleientnahme auf das Ökosystem Salzwiese und (b) die Wiederverlandungprozesse langfristig quantitativ dokumentiert werden. Dementsprechend wurde im Winter 1999/2000 ein interdisziplinäres
Beweissicherungsvorhaben etabliert. Untersucht werden Morphologie und sedimentologische Ablagerungsprozesse, der zeitliche Verlauf der Wiederbesiedlung
der Pütte durch Gefäßpflanzen und Benthosorganismen sowie Effekte der Kleientnahme auf Brut- und Rastvögel. Das ornithologische Teilprojekt umfasst ein
Brutbestands-, Bruterfolgs- und Rastvogelmonitoring sowie Detailanalysen der Raumnutzungsmuster von Gastvögeln. In Ergänzung zu den aktuellen Feldstudien
werden Langzeitdaten von 15 Außendeichspütten unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher räumlicher Lage ausgewertet. Das Untersuchungsprogramm sowie
erste Ergebnisse aus dem ornithologischen Teilprojekt werden vorgestellt und diskutiert. K.-M. E., S. T., Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“, An der
Vogelwarte 21, D-26386 Wilhelmshaven, michael.exo@ifv.terramare.de
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Gruber, S. & G. Nehls (2003): Charakterisierung des offshore Vogelzuges vor Sylt mittels schiffsgestützter Radaruntersuchungen. Vogelkdl. Ber. Niedersachs
. 35: 151-156. Zur Charakterisierung des Vogelzuges vor Sylt wurden Radaruntersuchungen, nächtliche Zugrufverhöre und visuelle Planzugbeobachtungen von einem Schiff aus,
35 km westlich von Sylt durchgeführt. Die Radaruntersuchungen werden hier vorgestellt. Die Untersuchungen fanden während des Herbst- und Frühjahrszuges
2001 und 2002 statt und waren Bestandteil der Bestandsbewertung zur Umweltverträglichkeitsstudie für den Offshore-Bürger-Windpark-Butendiek. Der
mittels Radaruntersuchungen festgestellte Vogelzug trennt sich deutlich in Tag- und Nachtzug, wobei nachts quantitativ besonders Landvögel erfasst wurden und höhere
Intensitäten des Vogelzuges festgestellt wurden. Dabei sind die Intensitäten des Vogelzuges und die Flughöhenverteilung von Nacht zu Nacht und innerhalb einer
Nacht unterschiedlich und abhängig vom Wetter. Die mittlere Höhe des Vogelzuges lag während des Herbstzuges bei ca. 800 m und während des Frühjahrszuges bei
etwa 500 m. Die Erfassung des Vogelzuges ist abhängig von den Eigenschaften der Radargeräte allgemein, von den Leistungsmerkmalen der jeweils eingesetzten
Radargeräte und von den herrschenden Wetterbedingungen. In die Auswertung der Radardaten sind nur so genannte „unkorrigierte“ Zughöhenverteilungen eingegangen.
Zur Vergleichbarkeit von Untersuchungen an verschiedenen Standorten ist eine Zusammenarbeit und Koordinationen der verschiedenen Projekte zur Standortfindung von offshore WEA-Parks unerlässlich.
S. G., G. N., BioConsult SH, Alte Landstr. 2, D-25875 Hockensbüll, s.gruber@bioconsult-sh.de.
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Oltmanns, B. (2003): Von der Hellerweide zur Salzwiese - Veränderung der Brutvogelgemeinschaft in der Leybucht durch die Nutzungsaufgabe. Vogelkdl
. Ber. Niedersachs. 35: 157-166. Im Rahmen der Begleituntersuchungen zum Küstenschutz Leybucht wurden die Brutvogeldaten in Bezug auf die Nutzungsänderungen im Zeitraum 1990 bis 2002
ausgewertet. Positive Bestandstrends aufgrund der Einstellung bzw. Reduktion der Beweidung zeigten besonders die Singvogelarten Rohrammer, Wiesenpieper und
Schafstelze. Bei den Limikolen profitierten der Rotschenkel von der Einstellung der Beweidung, während Uferschnepfe und Kiebitz in den ungenutzten Flächen deutlich
geringere Abundanzen erreichten als in beweideten Flächen. Auch beim Austernfischer war eine geringere Abundanz in den ungenutzten Bereichen
festzustellen. Das Verschwinden der ehemals dominanten Brutvogelarten Lachmöwe und Säbelschnäbler stand in keinem ursächlichen Zusammenhang zur
Nutzungsaufgabe. Verantwortlich für den deutlichen Bestandsrückgang dieser Arten in der Leybucht waren vermutlich Bodenprädatoren wie der Fuchs. Hinsichtlich des
Ziels, die Vorlandflächen der Leybucht zu renaturieren, hat man gegenwärtig ein Zwischenstadium erreicht, das als Hellerbrache bezeichnet werden kann.
B. O., NLWK Aurich, Oldersumer Str. 48, D-26603 Aurich, bernd.oltmanns@nlwk-aur.niedersachsen.de
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Schrader, S. (2003): Zehn Jahre später – Brutvogelbestände in unterschiedlich beweideten Salzwiesen der schleswig-holsteinischen Festlandsküste.
Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 35: 167-172. Die Auswirkungen der 1991 erfolgten Beweidungsaufgabe bzw. -extensivierung auf die Brutvogelbestände werden für vier Untersuchungsgebiete in Salzwiesen der
schleswig-holsteinischen Westküste dargestellt. In den unbeweideten Gebieten kam es zu einem Anstieg der Artenzahl der Küstenvögel. Singvögel (Ausnahme:
Bachstelze) brüteten in den unbeweideten bzw. extensiv beweideten Flächen in deutlich höheren Dichten als in den intensiv beweideten. Es wurden Präferenzen der
Küstenvogelarten für intensiv, extensiv und unbeweidete Flächen ermittelt. Von den Arten, die intensiv beweidete Flächen bevorzugten, wiesen drei (Sandregenpfeifer,
Seeregenpfeifer, Kiebitz) in den 1990er Jahren überregional sinkende Bestände auf; der Rückgang ist jedoch nicht auf die Beweidungsaufgabe zurückzuführen. Somit
kann kein grundlegender Konflikt zwischen dem Erhalt der Brutvogelarten und dem Verfolgen des Prozeßschutzes in den Festlandsalzwiesen gezeigt werden. Der nach
Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geforderte "günstige Erhaltungszustand" scheint im Rahmen des praktizierten Managements für die Brutvogelarten im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer erreichbar.
St. S., Wittingsbrok 34, D-26127 Oldenburg, stefan.schrader@gmx.net
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Thyen, S. & K.-M. Exo (2003): Sukzession der Salzrasen an der niedersächsischen Küste: Chance oder Risiko für Brutvögel der Außengroden?
Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 35: 173-178. Nach verschiedenen Kartierungen in Außengroden entlang der gesamten niedersächsischen Küste verteilten sich Brutvögel nicht gleichmäßig über Flächen
unterschiedlicher landwirtschaftlicher Nutzung und unterschiedlicher Habitatstruktur. Die Brutvogelgemeinschaft nicht bewirtschafteter Flächen war größer und diverser
als die genutzter Flächen, hauptsächlich aufgrund des Auftretens von Enten- und Singvogelarten. Als Ursache für diese Verteilung werden Unterschiede im Angebot
an Singwarten und Nistplätzen angenommen. Austernfischer, Säbelschnäbler und Rotschenkel erzielten auf nicht genutzten Flächen bzw. in reicher strukturierten
Habitaten höhere Schlupferfolge als auf genutzten und weniger reich strukturierten. Direkte Verluste durch Beweidung oder Mahd wurden dabei nicht gefunden.
Rotschenkel brüteten an Plätzen mit Vegetation späterer Sukzessionsstufen, relativ hoher Vertikaldeckung und relativ gut versteckten Nestern erfolgreicher als an
Plätzen früherer Sukzession, geringeren Strukturreichtums und geringerer Verstecktheit. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Landwirtschaft über die
Verzögerung der phänologischen und sukzessiven Entwicklung des Salzrasens indirekt den Schlupferfolg mancher Brutvogelarten beeinträchtigen kann. Aus den
Ergebnissen wird abgeleitet, dass landwirtschaftliches Management von Salzrasen nachteilig ist für Größe, Diversität und Reproduktivität der Brutvogelgemeinschaft.
Landwirtschaft dürfte demnach als Instrument des Brutvogelschutzes in Salzrasen entbehrlich, für die meisten Brutvogelarten sogar ungeeignet sein.
S. T., K.-M. E., Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“, An der Vogelwarte 21, D-26386 Wilhelmshaven, stefan.thyen@ifv.terramare.de
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Hälterlein, B., J. Bunje & P. Potel (2003): Zum Einfluss der Salzwiesennutzung an der Nordseeküste auf die Vogelwelt - Übersicht über die aktuellen
Forschungsergebnisse. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 35: 179-186. Um möglichst ungestörte Abläufe der Naturvorgänge zu gewährleisten, wird in den
Nationalparken des Wattenmeeres die Nutzung der Salzwiesen zunehmend reduziert. Anhand einer Literaturauswertung wird in diesem Beitrag der Frage
nachgegangen, wie sich diese Änderung auf die Avifauna auswirkt. Es werden die Ergebnisse aktueller Untersuchungen zu Brut- und Rastvögeln zusammenfassend
dargestellt und für die Brutvögel sowohl allgemein unter den Aspekten „Brutpaardichte“, „Artenzahl“ und „Schlupf- und Bruterfolg“ betrachtet als auch getrennt nach Arten und Artengruppen.
B. H., Landesamt für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, Schloßgarten 1, D-25832 Tönning, haelterlein@nationalparkamt.de; J. B., P. P.,
Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, Virchowstr. 1, D-26382 Wilhelmshaven, juern.bunje@br-we.niedersachsen.de, petra.potel@br-we.niedersachsen.de
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