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Vogelkdl. Ber. Niedersachs. Jahrgang 37 - Heft 2 - 2005
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Arens, H. & H. Rebling (2005): Verbreitung, Habitatwahl und Bruterfolg der Nilgans (Alopochen aegyptiaca) im mittleren und südlichen Emsland/Niedersachsen in 2005
. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 37: 69-77. Im mittleren und südlichen Emsland und den Grenzregionen zu den benachbarten Landkreisen Steinfurt und Grafschaft Bentheim, einem Gebiet von etwa 1.300 km², wurden in der
Brutsaison 2005 19 Nilgansbrutpaare (BP) festgestellt. Dies entspricht etwa 1,5 BP/100 km². Im Untersuchungsgebiet lag der Bruterfolg bei 2,6 juv./BP bzw. 4,4 juv./erfolgreichem BP. Die Nilgänse waren bei der
Habitatwahl sehr variabel und nutzten verschiedene Gewässertypen unterschiedlichen Alters und Größe, 45 % der Brutpaare bevorzugten aber bis zu 10 Jahre alte Baggerseen ab 5 ha Größe. Nahezu jedes elfte
kontrollierte stehende Gewässer wurde von den Nilgänsen als Brutplatz genutzt. An Fließgewässern konnten keine Nilgansbruten festgestellt werden. Es wurde nie mehr als 1 Brutpaar pro Gewässer beobachtet. Dagegen
tolerierten die Nilgänse an 8 Brutgewässern brütende Kanada- und/oder Graugänse. Der Brutbeginn war zweigipfelig mit Spitzen im März sowie Mitte April bis Mitte Mai. Bei 15 Brutpaaren schlüpften 1-9 Küken. Zwei
Paare wanderten mit den Jungvögeln mit ungewissem Verbleib ab. Bei den restlichen Brutpaaren wurden alle 66 Jungvögel flügge. H. A., Wiesenstr. 14, D-48480 Spelle, stjohapotheke@aol.com; H. R., Bahnhofstr. 26,
D-49832 Freren, heikorebling@gmx.de
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Zang, H. (2005): Nistkastenwahl und Nestbauaktivität des Kleibers Sitta europaea im Harz. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 37: 79-85.
In Nistkasten-Untersuchungsgebieten des Harzes wurden 1985-2005 436 Bruten des Kleibers kontrolliert. Kleiber wählten hier ausschließlich Bayrische Giebelkästen als
Bruthöhlen. Von den 251 Giebelkästen wurden allerdings 43 % nicht und nur ein kleiner Teil bevorzugt angenommen. 54 % aller Bruten fanden in nur 40 Kästen (16
%) statt, diese Kästen wurden drei- bis zehnmal genutzt. Für diese Bevorzugung dürften die Lage und die rauhborkige Rinde des Baumstammes verantwortlich sein,
an dem der Nistkasten angebracht war. Nur in 26 % der Fälle brüteten Weibchen in aufeinanderfolgenden Jahren in derselben Bruthöhle, der Anteil war in den 21 Jahren
rückläufig. Häufiger (74 %) sind die Fälle, in denen Weibchen ihre Höhle alljährlich gewechselt haben. Die Spanne reichte von Weibchen, die 4 Jahre hintereinander
ihrer Bruthöhle treu blieben, bis zu denen, die 5 Jahre hintereinander gewechselt haben. Bis zu 40 % der Kleiberpaare führten auch in Höhlen, die sie nicht zur Brut
ausgewählt hatten, Nestbauaktivitäten aus. Diese Tätigkeiten fanden fast ausschließlich in Rotbuchenbeständen statt und reichten vom Einbringen weniger
Holzstücke bis zum fertigen Nest. Die erhöhte Nestbauaktivität stieg in Jahren mit spätem Brutbeginn und mit der Zahl der Revierpaare der einzelnen Untersuchungsgebiete. Die Befunde werden diskutiert.
H. Z., Oberer Triftweg 31A, D-38640 Goslar, herwig.zang@onlinehome.de
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Brandt, T., W. Nülle & K. Otten (2005): Vorkommen verschiedener mittelhäufiger Brutvogelarten im Schaumburger Wald, Landkreis
Schaumburg in Niedersachsen, unter besonderer Berücksichtigung der Spechte (Picidae). Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 37: 87-98. Im Schaumburger Wald (4.357 ha), Landkreis Schaumburg, wurden im Rahmen
einer gezielten Mittelspechterfassung im Jahr 2004 einige mittelhäufige Vogelarten erfasst. Die Vorkommen von Schwarz-, Grau-, Grün- und Kleinspecht sowie von
Hohltaube, Dohle und Kolkrabe werden hier vorgestellt und diskutiert. Ergebnisse einer gezielten Grauspechtkartierung auf rund 3.010 ha des Waldes im Jahr 2005
werden ebenfalls vorgestellt und mit dem Vorjahresergebnis verglichen. Der Schaumburger Wald weist mit über 30 Grauspechtpaaren einen bemerkenswert
hohen Bestand auf. Hohe Siedlungsdichten konnten ebenfalls von Schwarz- und Grünspecht, Hohltaube und Kolkrabe nachgewiesen werden während von der Dohle
nur noch zwei Brutpaare gefunden wurden. Neben den bereits erwähnten konnten weitere mittelhäufige Arten festgestellt werden, die in dieser Abhandlung der
Vollständigkeit halber aufgeführt werden: Für deren Statuszuordnung bzw. zur Ermittlung der annähernden Bestandsgrößen sind jedoch genauere Untersuchungen
erforderlich. Der hohen naturschutzfachlichen Bedeutung des Schaumburger Waldes wird nur unzureichend Rechnung getragen, denn in den privaten Bereichen wird
heute eine intensive Forstwirtschaft betrieben. Es wird festgestellt, dass das Gebiet komplett die Kriterien eines Besonderen Schutzgebietes (BSG) gemäß der
Vogelschutzrichtlinie erfüllt, ohne dass es als solches ausgewiesen wurde. T. B., Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer e.V., Hagenburger Str. 16, 31547
Rehburg-Loccum, brandt@oessm.org; W. N., Schlesierweg 81, 31515 Wunstorf; K. O., Birkenweg 13a, 31683 Obernkirchen
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Kooiker, G. (2005): Vögel und Klimaerwärmung: 28-jährige phänologische Beobachtungen in und um Osnabrück von 1976 bis 2004. Vogelkundl. Ber. Niedersachs. 37: 99-111.
Zwischen 1976 und 2004 stieg die Jahresdurchschnittstemperatur in Osnabrück um 1,0 °C an. Die Erwärmung beschränkte sich im Wesentlichen auf das Winterhalbjahr
. In den für die Standvögel und Teilzieher relevanten Monaten der Vorbrut- und Brutphase (Februar, März, April) stiegen die über diesen Zeitraum gemittelten
Temperaturen sogar um 2,2 °C (von 4,2 °C 1976 auf 6,4 °C 2004). Das bedeutet eine jährliche Steigerung um 0,07 °C! Die einfache Methode, über 28 Jahre Erstfeststellungen und Gesangsbeginn zu
notieren, lässt folgende Aussagen über Veränderungen zu: Bei 7 von 12 Standvogelarten verschob sich der Gesangsbeginn und liegt nun 5 bis 36 Tage früher
. Die Erstankunft von 30 Zugvogelarten erfolgt inzwischen bei 20 Arten 3 bis 23 Tage früher und bei 4 Arten 4 bis 19 Tage später. Bei 6 Arten ist kein Trend erkennbar.
Der Brutbeginn liegt bei 5 untersuchten Arten (Stockente, Kiebitz, Amsel, Kohl- und Blaumeise) inzwischen um 12 bis 19 Tage früher. Der Beginn des Wegzuges ließ
sich mit der Methode der Erstbeobachtung nicht erfassen. Lediglich die herbstliche Erstankunft von im Norden beheimateten Saatkrähen und Kranichen konnte
hinreichend genau ausgewertet werden. Die Verschiebung der beschriebenen phänologischen Parameter spiegelt höchstwahrscheinlich die anthropogen verursachte Klimaerwärmung wider.
G. K., Alfred-Delp-Str. 107, D-49080 Osnabrück, Gerhard.Kooiker@t-online.de
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Skiba, R. (2005): Auswirkungen von Immissionsschäden auf die Vogelbestände des Hochharzes. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 37: 113-120.
Untersucht wurde der Einfluss von Immissionsschäden seit Anfang der 1980er Jahre auf die Vogelwelt des Hochharzes. Auf insgesamt 186 ha Mooren ergaben sich vor
den Immissionsschäden 16,4-18,7 Reviere/10 ha und nach den Immissionsschäden 14,6-15,8 Reviere/10 ha. Torfmoor, Brockenfeldmoor, Oderbruch, Schwarzer Sumpf,
Rotes Bruch und Bodebruch zeigten nur geringfügige Immissionsschäden. Im Moorbereich des Bruchbergs bewirkte die schädigende Immission die Zerstörung
des Fichtenwaldes. Trauerschnäpper und Wendehals wurden nach Beginn der Immissionsschäden nicht mehr festgestellt. Selten geworden sind Feldlerche,
Gimpel und Wacholderdrossel. Ihren Bestand verringert haben Buchfink, Haubenmeise, Heckenbraunelle, Kohlmeise und Singdrossel. Zugenommen haben Fitis, Goldammer, Klappergrasmücke, Baumpieper und Kuckuck. Die
Dorngrasmücke brütete 2004 erstmals. Insgesamt ähneln diese Ergebnisse denen anderer Autoren über Folgen und schädigende Luftimmissionen. Wegen der
natürlichen Verjüngung der Fichten wird sich besonders im Bruchberg die Zahl der Brutvögel wesentlich verändern. R. S., Eibenweg 44, D-42111 Wuppertal, reinald@skiba.de
Das Heft ist zum Preis von 10,- € zzgl. Versand erhältlich bei: Jürgen Ludwig, Mühlenstraße 9, 21755 Hechthausen, Jetzt per e-mail bestellen!
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