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kundliche Berichte aus Niedersachsen

Vogelkdl. Ber. Niedersachs.
Jahrgang 38 - Heft 1/2 - 2006

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Degen, A. (2006): Rothals- (Podiceps grisegena) und Schwarzhalstaucher (P. nigricollis) in Niedersachsen: Verbreitung, Brutbestand und Habitatwahl 1995-2005 sowie Gefährdungsursachen, Schutz und Erhaltungszustand. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 38: 1-24.

Während die niedersächsischen Bestände des Rothalstauchers Podiceps grisegena in den Jahren 1995 bis 2005 zwischen 14 und 27 Brutpaaren schwankten (Mittel: 21 Brutpaare), nahm der Bestand des Schwarzhalstauchers P. nigricollis signifikant von 33 auf 117 Brutpaare zu.
Der Rothalstaucher zeigt eine punktuelle Verbreitung innerhalb einer breiten Zone von der Ostfriesisch-Oldenburgischen Geest bis zum Braunschweigischen Hügelland. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt im Einzugsgebiet der Aller im östlichen Niedersachsen. Das heutige Verbreitungsgebiet des Schwarzhalstauchers erstreckt sich von den Ostfriesischen Zentralmooren, der Hunte-Leda-Moorniederung und dem Bourtanger Moor im Westen über die Diepholzer Moorniederung bis zum Weser-Aller-Flachland, den Börden sowie dem Weser- u. Leinebergland im Osten. Seit 2000 sind darüber hinaus weitere Brutplätze in der Stader Geest und der Harburger Elbmarsch besiedelt worden.
Die Hälfte aller Rothalstaucher brütete an zumeist extensiv bewirtschafteten Fischteichen. Daneben besiedelten 22 % Klärteiche sowie Rieselfelder und 15 % das Wendesser Moor, ein Niedermoor, mit dem derzeit landesweit bedeutendsten Bestand. Schwarzhalstaucher, besiedelten im Berichtszeitraum dagegen zu 49 % Wiedervernässungen in Hochmooren mit steigender Tendenz sowie zu 39 % Klärteiche und Rieselfelder, von denen alleine 78 % auf den Süpplingenburger Teichen brüteten. Damit ist dies der bedeutendste Brutplatz der Art in Niedersachsen. 95 % der Brutpaare (n = 735) zeigten ein enge Bindung an Lachmöwen- Larus ridibundus und/oder Trauerseeschwalbenkolonien Chlidonias niger.
52 % der Rothalstaucher brüteten 2005 in EU-Vogelschutzgebieten und 48 % in Naturschutzgebieten. Beim Schwarzhalstaucher ist dieser Anteil mit 34 bzw. 39 % deutlich geringer. Aus derzeitiger Sicht muss der Erhaltungszustand des Rothalstauchers in Niedersachsen aufgrund des kleinen Bestandes, einer schlechten Lebensraumqualität und zahlreicher Beeinträchtigungen als ungünstig eingestuft werden. Beim Schwarzhalstaucher kann der Erhaltungszustand dagegen aufgrund des positiven Bestandstrends als gut angesehen werden.
Zukünftig könnte allerdings der bedeutendste niedersächsische Brutplatz des Schwarzhalstauchers an den Süpplingenburger Klärteichen durch Trockenlegung zerstört werden.

A. D., Elsa-Brandström-Str. 4, D-49076 Osnabrück, Axel.Degen@t.online.de

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Herrmann, D. & T. Wagner (2006): Verbreitung und Bestand der Rohrdommel (Botaurus stellaris) in Niedersachsen: Ergebnisse einer landesweiten Erfassung 2004 . Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 38: 25-37.

Im Jahr 2004 wurde der landesweite Bestand der Rohrdommel in Niedersachsen erfasst. Die Kartierung erfolgte zum großen Teil durch ehrenamtlich tätige Ornithologen, einige Vorkommen wurden von den Verfassern kartiert. Die Auswertung wurde um recherchierte Daten aus den Jahren 2000-2003 ergänzt.
Im Jahr 2004 konnten neun Vorkommen mit insgesamt zehn Revieren der Rohrdommel festgestellt werden. Der Gesamtbestand in Niedersachsen wird angesichts möglicher Nachweisdefizite auf aktuell 10 bis 15 Reviere geschätzt. Damit ist im Vergleich zum Jahr 1999 keine deutliche Rückgangstendenz zu erkennen, nachdem der Bestand im Zeitraum 1975-1999 bereits um mehr als 50 % abgenommen hatte.
Die Rohrdommel kommt als Brutvogel nur noch lokal in den naturräumlichen Regionen Watten und Marschen, Weser-Aller-Flachland, Lüneburger Heide und Wendland sowie Börden vor. Im Zeitraum von 2000-2004 befanden sich rund 60 % des niedersächsischen Gesamtbestandes innerhalb von EU-Vogelschutzgebieten.
Als Bruthabitat werden fast ausschließlich Verlandungsröhrichte von Stillgewässern besiedelt. Sieben der neun aktuellen Vorkommen liegen in Verlandungszonen von anthropogenen Stillgewässern (Fisch- und Klärteiche) sowie von Groden. Röhrichte am Unterlauf von Flüssen spielen nur eine geringe Rolle. Aus den Flussniederungen hat sich die Art mit Ausnahme weniger, unbeständiger Vorkommen an der Unterweser und der Unterelbe zurückgezogen.
In der überwiegenden Zahl der Vorkommen ist die Röhrichtzone als relativ strukturreich, mit Blänken und Gehölzen durchsetzt zu bezeichnen, wenige Vorkommen liegen in eher strukturarmen Röhrichten. Dominante Art ist meist Schilf, nur in einem Fall wurde ein Schilf-Rohrkolben-Röhricht besiedelt. Sieben von neun Vorkommen liegen in öffentlich nicht oder höchstens punktuell zugänglichen Gebieten ohne Wassersport.
Insgesamt stellt Lebensraumzerstörung die Hauptursache für den Bestandsrückgang der letzten Jahrzehnte dar. Rückgänge in den siebziger und neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Folge strenger Winter konnten möglicherweise mangels geeigneter Bruthabitate nicht ausgeglichen werden. Ein Einfluss von Nahrungsverfügbarkeit und Prädation auf die Bestandsentwicklung ist zu vermuten, allerdings liegen hierzu nur wenige Informationen vor.
Insgesamt besitzt die Rohrdommel in Niedersachsen gegenwärtig auf Grund des nur noch geringen Bestands, des langfristig negativen Bestandstrends, der fehlenden bzw. unklaren Reproduktion sowie der ungünstigen Lebensraumsituation und der vielfältigen Gefährdungen einen ungünstigen Erhaltungszustand.

D. H., Abia GbR, Hans-Scharoun-Weg 1, 31535 Neustadt, herrmann@abia.de;
T. W., Abia GbR, Mohnweg 2, 30890 Barsinghausen, wagner@abia.de

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Arens, H. & H. Rebling (2006): Rostgansbruten (Tadorna ferruginea) in Niedersachsen. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 38: 39-45.

Im mittleren und südlichen Emsland sowie in den Grenzregionen der benachbarten Landkreise Steinfurt, Grafschaft Bentheim und Osnabrück, einem Gebiet von etwa 1 .300 km2, wurden in der Brutsaison 2005 ein Rostganspaar und in der Saison 2006 2 Paare beobachtet, von denen eins erfolgreich brütete. Das Gelege bestand aus 8 Eiern in einer ca. 60 cm tiefen Strohmulde auf dem Heuboden einer Scheune. 6 Küken schlüpften, von denen 4 flügge wurden. Der Nistplatz lag in einer Entfernung von 2.200 m Luftlinie vom Aufzuchthabitat - einem Sandabbaugebiet mit Flachwasserzonen und angrenzendem Baggersee. Es handelt sich um den ersten dokumentierten Brutnachweis für das Emsland und den zweiten für Niedersachsen.
Die historische und aktuelle Besiedlung von Deutschland und Mitteleuropa durch die Rostgans werden im Vergleich zu der verwandten Nilgans (Alopochen aegyptiaca) diskutiert.

H. A., Wiesenstr. 14, 48480 Spelle; H. R., Bahnhofstr. 26, 49832 Freren

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Hummel, D., K. Löhmer & O. Krone (2006): Beobachtungen eines markierten Seeadlers (Haliaeetus albicilla) im Braunschweiger Hügelland. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 38: 47-57.

n der vorliegenden Arbeit wird der Durchzug eines 2004 im Bereich des Steinhuder Meeres mit einem Sender markierten weiblichen Jungvogels durch das Braunschweiger Hügelland beschrieben. Außer den GPS-Ortungen liegen auch zwei Sichtbeobachtungen des markierten Vogels vor, die das Bild vom Aufenthalt des Jungadlers im Gebiet um Braunschweig ergänzen. Der Vogel wurde am 21.09.2004 zwischen Hildesheim und Braunschweig beobachtet. Er hielt sich vom 22. bis 27.09 .2004 nördlich des Elms bei Ochsendorf trotz beträchtlicher Störungen durch den Verkehr auf der Autobahn in einer naturnahen Wiesenniederung der Schunter auf, und vom 12. bis 16.10.2004 wurde er südlich des Elms in weiten Feldfluren in der Umgebung des Schöppenstedter Wasservogelreservats festgestellt. Dabei zeigte sich, dass es im Braunschweiger Hügelland doch noch kleinräumige Habitate gibt, die einem Seeadler vorübergehend als Einstandsgebiet dienen können.
Der untypische Aufenthalt des markierten Seeadlers in einsamen Feldfluren 2004 ist sicherlich auf den in diesem Jahr ungewöhnlichen Reichtum an Kleinsäugern zurückzuführen. Die Dispersion des Jungvogels von seinem Geburtsort am Westrand des Verbreitungsgebietes der Art war eindeutig nach Osten gerichtet.

D. H., Trinchenberg 4, D-38162 Cremlingen, d.hummel@tu-bs.de; K. L., Im Windfeld 12, D - 31632 Husum; O. K. Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) Berlin, PF 601103, D - 10252 Berlin, krone@izw-berlin.de

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Blüml, V. & A. Schönheim (2006): Der Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe) in Niedersachsen: Verbreitung, Bestand und Habitatwahl 1994-2005 sowie Gefährdungsursachen, Schutz und Erhaltungszustand. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 38: 59-77.

Die Meldungen von Brutvorkommen des Steinschmätzers in Niedersachsen und Bremen 1994-2005 an die Staatliche Vogelschutzwarte Niedersachsen sowie Angaben über Vorkommen aus allen anderen erreichbaren Quellen wurden ausgewertet. Unter Berücksichtigung des jeweils höchsten Bestandes mehrfach untersuchter Gebiete wurden 1994-1999 649 Reviere mit Brutnachweis oder Brutverdacht gemeldet, 2000-2005 waren es 443 Reviere. Etwa die Hälfte der Nachweise stammt von den Ostfriesischen Inseln. Auf dem Festland ist der Steinschmätzer insgesamt spärlich, mit Ausnahme des Osnabrücker Hügellandes und des Harzes aber noch landesweit verbreitet. Wichtige Habitate sind die Dünen und Salzwiesengebiete auf den Inseln und im Küstenbereich sowie die in Abtorfung befindlichen Hochmoore. Außerdem kommt der Steinschmätzer in Grünland- und Ackergebieten, Heiden, Truppenübungsplätzen, Bodenabbauten sowie in Industriegebieten bzw. -brachen und auf Deponien vor. Die Brutplätze liegen auf den Inseln überwiegend in Kaninchenbauten und in den Mooren in Torfsodenstapeln. Ansonsten werden Steinhöhlen z. B. in Lesesteinhaufen, Holzhöhlen in Stubben- und Reisighaufen sowie technische Einrichtungen angenommen.
Die Bestands- und Arealentwicklung ist weiterhin negativ, wobei auf Borkum und Norderney sowie in einzelnen Hochmooren noch mehr oder weniger stabile, größere Bestände vorhanden sind. Gefährdungen für den Bestand gehen vor allem von Habitatverschlechterungen durch Eutrophierung und damit Verlust von Offenbodenbereichen sowie der Verringerung des Brutplatzangebotes durch den Rückgang des Wildkaninchens und Beseitigung von als Brutplatz geeigneten Strukturelementen aus.
Zum Schutz des Steinschmätzers ist eine Erhaltung, Entwicklung und Neuschaffung geeigneter Habitate wichtig, wobei die Vorkommen in den Mooren mittel- bis langfristig durch Beendigung des Torfabbaus vermutlich nicht erhalten werden können. In geeigneten Habitaten ist zudem die Anlage von geeigneten Brutplätzen sinnvoll.

V. B. & A. S., Hasestraße 60, D-49074 Osnabrück, v.blueml@bms-umweltplanung.de; a.schoenheim@bms-umweltplanung.de

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Moritz, V. & T. Krüger (2006): Verbreitung, Brutbestand und Gefährdungssituation des Drosselrohrsängers (Acrocephalus arundinaceus) in Niedersachsen 2001-2005 . Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 38: 79-90.

Im Sommer/Herbst 2005 wurde mittels Fragebogen (Meldebogen) eine Umfrage zu Vorkommen, Habitatwahl und möglichen Gefährdungsursachen des Drosselrohrsängers in Niedersachsen in den Jahren 2001-2005 durchgeführt. Die gemeldeten Bestandszahlen wurden um Nachweise aus der einschlägigen Literatur ergänzt. Es wurden 169 Drosselrohrsänger-Reviere mitgeteilt: 21mal Brutnachweise und 148mal Brutverdacht. Der aktuelle Gesamtbestand pro Jahr wird auf 40-45 Reviere taxiert. 66,3 % der Drosselrohrsänger-Reviere wurden in der Naturräumlichen Region Lüneburger Heide und Wendland erfasst. Innerhalb dieser Region lassen sich als Vorkommensschwerpunkte Gebiete im Landkreis Lüchow-Dannenberg beschreiben, nämlich die elbnahen Altwässer (Taube Elbe, Penkefitzer See), Seen (Gewässer um Gummern, Gummernscher Grenzsee, Gartower See) und verschiedene Abbaugewässer. Insgesamt besiedelte der Drosselrohrsänger acht der neun naturräumlichen Regionen Niedersachsens; er fehlte nur im Harz. 47,9 % aller Reviere befanden sich an Abbaugewässern, Klärteichen, Poldern oder Ersatzgewässern. 21,3 % der Drosselrohrsänger siedelten an Flussufern inkl. Altwassern. Als wichtigstes Drosselrohrsänger-Habitat sind nasse Schilfflächen anzusehen (99 % aller Meldungen). Möglicherweise werden kleinere Schilfflächen (Schilfsäume und -gürtel, <1-2 ha) eher besiedelt als großflächige Bestände (3 ha u. größer): 21:9 Feststellungen.
Der Drosselrohrsänger-Bestand hat von 2001-2005 wieder die von 1976-1980 ermittelte Höhe erreicht (1976-1980: max. 45 Brutpaare, 1981-1985: 35-65 Brutpaare, 1991-2001: 12-37 Brutpaare). Mit der Abnahme seit den 1960er Jahren ging nicht nur ein Verlust bereits besiedelter Areale einher, sondern auch die drastische Abnahme in einstmals dicht besiedelten Gebieten (z. B. am Steinhuder Meer, Riddagshauser Teiche). Im Osten des Landes zeichnet sich dem gegenüber eine Bestandszunahme ab. Die Art hat dabei in erster Linie neu entstandene Gewässer besiedelt - vor allem Abbaugewässer - also Lebensräume, die am Anfang ihrer Entwicklung noch nicht oder nur wenig eutrophiert sind.

V.M., Feldstraße 32, D-26127 Oldenburg, volker.moritz@nwn.de, T.K., Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Betriebsstelle Hannover-Hildesheim, Staatliche Vogelschutzwarte, Göttinger Chaussee 76, D-30453 Hannover, thorsten.krueger@nlwkn-h.niedersachsen.de

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Kooiker, G. (2006): Brutbestandsentwicklung der Elster (Pica pica) in Osnabrück in den Jahren 1984 bis 2005. Vogelkundl. Ber. Niedersachs. 38: 91-99.

Von 1984 bis 2005 wurde alljährlich der Brutbestand der Elster auf einer Probefläche (23,6 km²) im Kernstadtbereich von Osnabrück erfasst. Die Probefläche wies im Jahre 1984 eine Dichte von 2,5 Paaren/km² und 1994 eine von 12,2 Paaren/km² auf. Seit 1994 ist der Elsterbrutbestand nicht weiter angestiegen und scheint seitdem stabil zu sein (2005: 12,7 Paare/km2). Für das gesamte Stadtgebiet von Osnabrück (120 km²) wurde der Elsterbestand mit 850 Paaren (7,1 Pa./km²) berechnet, zuzüglich 30 % Nichtbrüter waren es 2200 Elstern (18 Elstern/km²). Die Elstern siedelten z.T. auf kleinen Flächen in hoher Dichte mit bis zu 30 Paaren/km2.
Seit Ende der 1990er Jahre wandern Rabenkrähen aus den ländlichen Außenbezirken in den Stadtkernbereich ein und verdrängen dort viele Elstern aus ihren Revieren. Infolge dieser interspezifischen Konkurrenz wurde zwischen 1998 und 2005 eine starke Abnahme des Elsterbestandes in zwei Flächen von je 1 km² von 45 % und 50 % registriert. Einige Elstern versuchen dem Plündern ihrer Nester durch Rabenkrähen zu entgehen, indem sie ihre Nester nahe an menschlichen Wohngebäuden anlegen oder zunehmend in Nadelbäumen „verstecken“.

Dr. G. K., Alfred-Delp-Str. 107, 49080 Osnabrück

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Otten, K. (2006): Bestandsentwicklung des Tannenhähers (Nucifraga c. caryocatactes) im Bückeberg (Landkreis Schaumburg). Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 38: 101-110.

Mitte Mai 2001 gelangen in dem im Landkreis Schaumburg gelegenen Bückeberg fünf Brutzeitfeststellungen des Tannenhähers. Der Bestand wurde auf mindestens ebenso viele Brutpaare geschätzt. Aufgrund zwischenzeitlich mehrfach gelungener Zufallsbeobachtungen, sollte eine erneute Untersuchung einen aktualisierten Brutbestand dieser Art an seiner vermutlich nördlichen Verbreitungsgrenze in Deutschland liefern. Diese Erfassung erfolgte unter Einsatz einer Klangattrappe in drei, jeweils mehrtägigen Durchgängen im Zeitraum ab Ende März bis Anfang Juni 2006. Dabei gelangen in dem etwa 41 km² großen Untersuchungsgebiet vier Brutnachweise und mindestens 12 Brutzeitfeststellungen. Die ermittelten Reviere konzentrierten sich in einem von Westen nach Osten schmaler werdenden Streifen mit relativ großflächigen Nadelwaldbeständen, nördlich entlang der Kammlinie zwischen etwa 280 und 350 Höhenmetern. Die Vorbereitung der Untersuchung, der Einsatz der Klangattrappe und die unterschiedlichen Reaktionen der Vögel werden beschrieben.

K. O., Birkenweg 13a, D-31683 Obernkirchen

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Denker, E., D. Drangmeister & H. Overmeyer (2006): Dramatischer Bestandsrückgang der Grauammer (Miliaria calandra) und mögliche Schutzmaßnahmen im Raum Pattensen, Region Hannover, Niedersachsen. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 38: 111-122.

Im Raum Pattensen, ca. 20 km südlich von Hannover, wurde in den Jahren 2003-2005 im Auftrag der Region Hannover als zuständige Naturschutzbehörde ein Monitoring zur Bestandsentwicklung der Grauammer durchgeführt. In diesem Gebiet gab es in früheren Jahren eine stabile Grauammerpopulation, deren Rückgang sichtbar wurde. Zudem wurde untersucht, inwieweit durch die Schaffung bestimmter Biotopstrukturen eine Verbesserung für die Grauammer bzw. für die Vögel der Ackerlandschaft insgesamt erreicht werden kann. Als Ergebnis ist festzustellen, dass der Bestand der Grauammer im Untersuchungsgebiet mit nur noch 3 bzw. 2 Männchen nahezu erloschen ist. Immerhin konnten 2004 bis 2006 noch Bruten der Grauammer festgestellt werden. Die Umwandlung einer Ackerfläche in eine Brachfläche mit unterschiedlichen Sukzessionsstadien hat sich positiv auf die Avifauna des Gebietes ausgewirkt: Diese Fläche wurde unter anderem von den gefährdeten Arten Rebhuhn (Perdix perdix) und Feldlerche (Alauda arvensis) als Brutrevier angenommen. Durch die Schaffung von Brachen in der Börde kann die Grauammer gefördert werden.

E. D., Blumenstraße 5, 30159 Hannover, edd_denker@yahoo.de; D. D., Planungsgruppe Landespflege, Kleine Düwelstraße 21, 30171 Hannover; H. O., Region Hannover, Fachbereich Umwelt, Höltystr. 17, 30171 Hannover.

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Brandt, T. (2006): Erste Brut von Fischadlern (Pandion haliaetus) am Steinhuder Meer und Beobachtungen zu deren Reaktionen auf Störreize. Vogelkdl. Ber. Niedersachs. 38: 123-125.
Im Jahr 2006 konnte am Steinhuder Meer, Niedersachsen, erstmalig eine Fischadlerbrut nachgewiesen werden. Die Vögel bauten ihr Nest auf einer Nisthilfe auf einem Strommasten. Drei Jungvögel wurden flügge. Beobachtungen belegten bei diesem (!) Paar eine unerwartet hohe Akzeptanz für Störreize durch Hubschrauber. Dagegen reagierten sie auf die Annäherung von Fußgängern und Kraftfahrzeugen mit Flucht.
T. B., Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM e.V.), Hagenburger Str. 16, 31547 Rehburg, brandt@oessm.org

 

Das Heft ist zum Preis von 10,- € zzgl. Versand erhältlich bei:
Jürgen Ludwig, Mühlenstraße 9, 21755 Hechthausen,
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last updated: 29.08.2007