Braunkehlchen - landesweite Brutbestandserfassung 2018

In vielen Regionen Europas waren in den letzten Jahren teils dramatische Bestandseinbrüche beim Braunkehlchen zu verzeichnen, so auch in Niedersachsen (RICHTER 2015).
Ging man in den 1960er Jahren noch von 12.000 – 14.000 Paaren aus, ergab die letzte landesweite Erfassung im Jahr 2008 nur noch einen Bestand von ca. 2.100 – 2.300 Revieren (RICHTER 2011). In der aktuellen Roten Liste Niedersachsens und Bremens (KRÜGER & NIPKOW 2015) ist das Braunkehlchen mittlerweile als „stark gefährdet“ eingestuft. In Kooperation zwischen NOV und Staatlicher Vogelschutzwarte im NLWKN soll im Jahr 2018 erneut eine landesweite Erfassung des Braunkehlchen-Brutbestandes erfolgen. Ziel der Kartierung ist es, ein möglichst aktuelles Bild über Bestand, Verbreitung und Habitatwahl des Braunkehlchens zu erhalten.

Brutverbreitung 2005-2008 (Krüger et al. 2014)
Braunkehlchen Brutverbreitung 2005-2008 (Krüger et al. 2014)

2008 wurden Vorkommen aus allen naturräumlichen Regionen Niedersachsens gemeldet, mit Schwerpunkten in den Bereichen Lüneburger Heide und Wendland, Watten und Marschen, Stader Geest und Weser-Aller-Flachland. Als Bruthabitate dienten überwiegend Grünland und Ackerbrachen, in geringem Umfang auch Hochmoore und Säume in der Ackerlandschaft (RICHTER 2011). Durch noch intensivere Grünlandnutzung und den nahezu vollständigen Wegfall von Stilllegungsflächen ist mit weiteren Bestandseinbrüchen und dem Verschwinden der Art aus vielen vor zehn Jahren noch besiedelten Gebieten zu rechnen (z. B. SIEMS-WEDHORN 2017).

Inwieweit die Art hinreichend von Agrarumweltmaßnahmen profitiert, ist nicht bekannt. Es gibt Hinweise, dass zumindest mehrjährige Blühstreifen auf Ackerflächen als Brutplatz genutzt werden können (DANKELMANN 2017). Wenn möglich, sollten solche Streifen in die Kontrollen einbezogen werden. Der Brutbestand soll durch systematische Bearbeitung der geeigneten Gebiete möglichst vollständig und flächendeckend erfasst werden.
Dafür sind wir auf Sie und Ihre Mitarbeit angewiesen. Die Ergebnisse der Erfassung werden in den Vogelkundlichen Berichten aus Niedersachsen veröffentlicht.


Mit der landesweiten Koordination wurde die Avifaunistische Arbeitsgemeinschaft Lüchow-Dannenberg e. V. betraut:
Christoph Siems-Wedhorn, Sallahn 5, 29482 Küsten, Tel.: 05864 657,
E-Mail: siems-wedhorn@vogelwelt-wendland.de
Petra Bernardy
Windschlag 5, 29456 Hitzacker, Tel.: 05862 941429,
E-Mail: bernardy@vogelwelt-wendland.de
Maike Dankelmann
Am Kosakenberg 9, 29476 Gusborn, Tel.: 05865 988740,
E-Mail: dankelmann@vogelwelt-wendland.de

Vor der Kartierung werden mögliche regionale Koordinatorinnen und Koordinatoren gezielt angesprochen, gerne können sie sich auch selbst melden. Alle Interessierten, auch die, die keiner lokalen Arbeitsgruppe o.ä. angehören, sind herzlich eingeladen, an der Erfassung teilzunehmen. Wir bitten, uns frühzeitig die zu übernehmenden Gebiete zu benennen, um Doppelbearbeitung ebenso wie Erfassungslücken möglichst zu vermeiden. Aufgrund der oben geschilderten Entwicklungen sind aktuelle Daten besonders wichtig. Auch „Nullzählungen“, insbesondere in ehemals besiedelten Gebieten, sind unbedingt erwünscht. Meldungen aus früheren Jahren (2009-2017) sind ebenfalls von Interesse. Zur Rekonstruktion der Bestandsentwicklung sind langjährige Datenreihen besonders wertvoll.

Hinweise zur Erfassung - Steckbrief Braunkehlchen

Für die Meldung der Daten steht ein spezieller Meldebogen zur Verfügung, der diesen NOV-Mitteilungen beiliegt. Er kann auch auf dem Postweg oder per E-Mail verschickt oder hier heruntergeladen werden. Dieser ist durch eine Karte mit Einzeichnung der Gebietsgrenzen und den mutmaßlichen Reviermittelpunkten zu ergänzen.
Die ausschließliche Meldung von Einzelbeobachtungen im Verlauf der Brutzeit über ornitho.de ist für die Zwecke dieser Erfassung nicht hilfreich, da sich hieraus nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand verwertbare Erkenntnisse gewinnen lassen. Wenn Sie Ihre Ergebnisse dennoch gerne über ornitho.de melden möchten, sollte auf jeden Fall bei der letzten Kontrolle im Hinweisfeld die Gesamtzahl der Reviere für das kontrollierte Gebiet als „Jahresabschlussmeldung“ bzw. Bilanz benannt werden. Bitte verorten Sie die gefundenen Braunkehlchen-Reviere unbedingt punktgenau.

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