Landesweite Rotmilan-Erfassung in Niedersachsen und Bremen 2019

Foto: Lars Wellmann

In Kooperation zwischen NOV und Staatlicher Vogelschutzwarte im NLWKN soll im Jahr 2019 erneut eine landesweite Erfassung des Rotmilanbestandes in Niedersachsen erfolgen. Ziel der Kartierung ist es, ein möglichst umfassendes und aktuelles Bild über Bestand und Verbreitung des Rotmilans zu erhalten.

Auf einen Blick

  • Erfassungszeitraum Mitte März bis Mitte Juli 2019,
  • Abgrenzung der Untersuchungsgebiete (z.B. TK25 oder Gemeinde) bitte lokal/regional oder mit dem Landeskoordinator abstimmen,
  • Geländekarten können von der Homepage des NLWKN heruntergeladen werden,
  • 3 Erfassungstermine: 1. Mitte/Ende März, 2. Anfang/Mitte April, 3. Ende Juni/Mitte Juli
  • Meldung bevorzugt über ornitho.de (bitte genaue Anleitung beachten!) oder über Meldebogen,
  • Alle Meldungen des Rotmilans ab Brutzeitcode A2 sind in ornitho.de von vorneherein durch das System geschützt und nicht öffentlich einsehbar.
  • Meldebögen bitte bis spätestens 30. September an den Landeskoordinator einreichen,
  • Bei Fragen bitte den Koordinator kontaktieren: Lars Wellmann, wellmann@lw-landschaftsplanung, Tel.: (0581) 97 39 300 oder 0171-56 30 434
  • Viel Spaß bei den Erfassungen und vielen Dank für die Beteiligung!

> Hinweise für die Erfassung und Auswertung
> Steckbrief Rotmilan
> Meldebogen
> Flyer - Landesweite Rotmilan-Erfassung 2019

Kartierung 2019

Nach den landesweiten Erfassungen in den Jahren 2006 und 2011/12 ist die Datenlage zwar noch vergleichsweise gut. Der Rotmilan steht aber bekanntlich ganz besonders im Fokus des Natur- und Artenschutzes, weshalb die landesweiten Kenntnisse über die konkrete Verteilung der Reviere unbedingt verbessert werden müssen. Die Ergebnisse der Auswertungen sollen in den „Vogelkundlichen Berichten aus Niedersachsen“ (NOV) veröffentlicht werden.

Über 50 % des Rotmilan-Weltbestandes brüten in Deutschland. Die Schwerpunkte konzen-trieren sich auf Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie das östliche und südliche Niedersachsen. In Niedersachsen gehören insbesondere die südlichen Landesteile rund um den Harz zum weltweiten Dichtezentrum (!) der Art. Auch die Untere Mittelelbe und weitere Gebiete weisen gute Bestände auf. Niedersachsen trägt dadurch im internationalen Kontext eine heraus-ragende Verantwortung für die Sicherung und die Entwicklung der Rotmilanpopulation.

Die landesweite Erfassung 2011/12 ergab etwa 1.100 bis 1.200 Brutpaare, das entspricht ca. 8 % des Bestandes in Deutschland (WELLMANN 2013). Bundesweit wird ein Bestand von 12.000 bis 18.000 Brutpaaren angegeben, der Weltbestand liegt bei 25.200 bis 33.400 Brutpaaren (DEUTSCHE WILDTIERSTIFTUNG 2018).

Der Rotmilan ist im Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie aufgeführt, hinsichtlich seines Gefährdungsstatus gilt er in Niedersachsen als stark gefährdete Brutvogelart (KRÜGER & NIPKOW 2015). Bundesweit gilt er aktuell nicht als gefährdet; wurde aber auf die Vorwarnliste gesetzt (GRÜNEBERG et al. 2015).

Nach einem Bestandstief in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts breitete sich die Art in Niedersachsen seit den 1960er Jahren wieder aus. Im Fokus steht insbesondere die Situation an der nordwestlichen Arealgrenze, die sich quer durch Niedersachsen erstreckt.

Vor dem Hintergrund der hohen internationalen Verantwortung soll der aktuelle Bestand des Rotmilans in Niedersachsen genauer bestimmt werden, um daraus Gefährdungsursachen, Schutzsituation und Erhaltungszustand sowie gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen ableiten zu können.

Der Bestand soll durch systematische Bearbeitung der geeigneten Gebiete möglichst vollständig und flächendeckend erfasst werden. Dafür sind wir auf Sie und Ihre Mitarbeit angewiesen.

Mit der landesweiten Koordination ist betraut:
Lars Wellmann, Lamprecht & Wellmann GbR, Ringstr. 27, 29525 Uelzen, wellmann@lw-landschaftsplanung.de, 0581/9739300 oder 0171/5630434

Zu Beginn der Kartiersaison werden mögliche regionale Koordinator(inn)en gezielt ange-sprochen und der Aufruf landesweit in Fachkreisen gestreut. Interessierte werden gebeten, frühzeitig die von ihnen übernommenen Gebiete zu benennen, um Doppelbearbeitungen ebenso wie Erfassungslücken zu vermeiden. Alle Mitarbeiter aktuell laufender Monitoring-programme (v.a. Monitoring der Vögel der Normallandschaft) werden gebeten, in ihren Gebieten in dieser Kartiersaison besonders auf den Rotmilan zu achten und die Daten an die o.g. Adresse zu senden.

Wichtig sind dabei neben aktuellen Meldungen aus 2019 auch Meldungen über zuverlässig nicht oder nicht mehr vom Rotmilan besiedelte Gebiete sowie Vergleichsdaten früherer Jahre. Diese Angaben dienen der Bestimmung der Entwicklung von Arealgrenzen und Siedlungsdichten.

Die Meldung erfolgt bevorzugt über www.ornitho.de, alternativ aber auch wie gewohnt über Meldebögen.

Geländekarten auf Basis von Meßtischblatt (MTB)-Quadranten sind über die Homepage des NLWKN herunterzuladen (Pfad: NLWKN > Naturschutz > Staatliche Vogelschutzwarte > Vogelarten-Erfassungsprogramm > Infos für aktive Melderinnen und Melder).

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