Steckbrief: Rotmilan Milvus milvus

Quelle: ANDRETZKE et al. (2005), verändert

Lebensraum
Vielfältig strukturierte Landschaften, die durch einen häufigen Wechsel von bewaldeten und offenen Biotopen charakterisiert sind; selten größere, geschlossene Waldgebiete; die Nähe von Gewässern spielt im Gegensatz zum Schwarzmilan eine untergeordnete Rolle; zur Nahrungssuche in offenen Feldfluren, Grünland- und Ackergebieten und im Bereich von Gewässern; auch an Straßen, Müllplätzen und in bzw. am Rande von Ortschaften; höchste Siedlungsdichten in großflächigen Ackerbaugebieten Ostdeutschlands mit vergleichsweise geringer Strukturvielfalt (Börden). Großer Aktionsraum von über 4 km².

Brutbiologie
Baumbrüter; Nest in Waldrändern lichter Altholzbestände (meist Laubwälder), im Bereich von großräumigen Ackergebieten auch in Feldgehölzen, Baumreihen und Gittermasten; saisonale Monogamie und Dauerehen; 1 Jahresbrut, Nachgelege möglich; Gelege: 1-4 Eier, Brutdauer: 31-38 Tage, Nestlingsdauer: 45-50 Tage; i.d.R. an günstigen Standorten alljährliche Benutzung des selben Nestes, beide Altvögel bauen oder bessern Nest aus, beide Partner brüten (♀ mit deutlich höherem Anteil), ♀ hudert in den ersten 14 Tagen, Versorgung der Jungen durch ♀ und ♂.

Phänologie
Jahresperiodik: Kurzstreckenzieher; regelmäßig auch Überwinterung südwestlich der Elbe (Harzvorland), Ankunft im Brutgebiet ab Ende Februar, i.d.R. Anfang bis Mitte März, Heimzug noch bis Ende April; Paarbildung meist erst nach Ankunft im Brutgebiet, Balzflüge sofort nach der Ankunft; Nestbau ab Mitte März; Legeperiode ab Ende März bis Anfang Mai, Hauptlegezeit: Anfang/Mitte April.
Tagesperiodik: tagaktiv, Aktivitätsgipfel 10.00-12.00 Uhr und 16.00 Uhr bis Sonnenuntergang.

Erfassung
Beobachtung von Anflügen potenzieller Neststandorte (Flüge aus dem Jagd- in den Nestbereich), Beobachtung von Balzflügen (Balzrufe, insb. "Wiehern"), territorialem Verhalten in Nestnähe (exponiertem Sitzen im Nestbereich, Schweben von Paaren und Einzelvögeln über dem Nestbereich), Nestbau und Nahrung eintragenden Altvögeln; nach Möglichkeit Suche nach bestehenden (potenziellen) Nestern vor der Brutzeit.